Betrete die Welt von Obscyria
Eine Dimension jenseits der bekannten Ordnung, geformt aus Schatten, Nebel und Erinnerung. Unter den sechs Monden atmet der Schleier selbst, durchzogen von uralten Strömungen aus Magie und dem schwarzen Strom der Sphären. In seinen Tiefen fließen Welten ineinander, Zeit zersplittert zu Flüstern, und der Kosmos neigt sich über einen Abgrund, der mehr träumt, als er schweigt.
Obscyria ist kein Ort, sondern ein Zustand des Seins. Ein lebendiges Gewebe aus Schatten, Schicksal und den stillen Mächten der Entitäten, die jenseits von Zeit und Form bestehen. Es ist eine Welt, die Magie atmet. Nicht als Gabe, sondern als Zustand. Magie ist ihr Blut, ihr Atem, ihr Gedächtnis. Sie durchdringt jedes Element, jeden Gedanken, jedes Schweigen, jede Regung des Seins. Sie strömt durch Materie und Leere zugleich, in Emotion, in Erinnerung, in der Stille zwischen zwei Herzschlägen. Magie ist die Sprache, in der Obscyria denkt und träumt, die Essenz, aus der alle Wirklichkeit sickert. Sie tropft von den Monden, steigt aus den Tiefen der Sphären empor und verdichtet sich in allem, was Obscyria ist.
Hier formt jede Essenz ihre eigene Wirklichkeit, jede Kreatur trägt den Abdruck einer Macht, die älter ist als Sprache, nichts gleicht einander. Jedes Volk, jede Existenz ist ein eigenes Mysterium aus Gestalt, Erinnerung und Schöpfung. In Obscyria gibt es keinen Hass auf das Andere, denn alles ist anders, und in dieser Andersheit liegt der Sinn. Leben entsteht nicht durch Fleisch, sondern durch Resonanz, durch das Verschmelzen von Essenzen, Träumen und Schleiern. Es ist eine Welt, in der Geburt ein Erwachen ist, und Verbundenheit eine Form der Magie.
Die Kontinente schweben im Atem der Dunkelheit: Nebeldämmerung, Schattensang, Blutige Sümpfe, Waldschattenmoor, Nachtgeflüster Dschungel, Tiefenstille und Sternenfluch, jede Region ein Herzschlag der Ewigkeit, ein Echo der ewigen Monde, deren Zwielicht selbst durch die tiefsten Schleier dringt.
Doch selbst im endlosen Spiel von Verfall und Erwachen, im kosmischen Fluss aus Geburt, Erinnerung und Zerfall, regt sich Widerstand. Aus den Schleiern steigen jene, die sich nicht beugen – die Lunariswächter. Sie sind keine Helden, sondern Fragmente des freien Willens, Splitter von Licht im endlosen Mahlstrom der Seelenschwärze. Rebellen gegen das Obskurium, das alles Sein ersticken will. Ihre Magie ist Erinnerung, ihre Waffe der Wille, und ihr Pfad führt durch das Dämmern zwischen den Welten.
Denn in Obscyria kämpft nichts für Sieg oder Macht. Alles ringt um Bedeutung. Um das Flackern einer Wahrheit, das selbst im tiefsten Schatten weiterlebt.
Hinweis zu den Geschichten von Obscyria:
Obscyria ist eine düstere Cosmic-Dark-Fantasy-Welt, durchzogen von metaphysischem Horror, Verfall, Schmerz, Identitätsverlust und existenzieller Dunkelheit. Einige Geschichten enthalten intensive Darstellungen von Gewalt, Blut, Body Horror, psychischer Belastung, Tod, Verzweiflung oder Realitätsauflösung. Bitte lies achtsam, wenn dich solche Inhalte belasten könnten.
Die Geschichten von Obscyria richten sich an ein erwachsenes Publikum und enthalten teils intensive Dark-Fantasy-, Horror- und Gewaltmotive. Bitte beachte die jeweiligen Triggerwarnungen vor den einzelnen Geschichten.
Allgemeine Einführung
Kontinent Nebeldämmerung
Wo Nebel träumen und Wirklichkeit zerrinnt: der Track zum Kontinent Nebeldämmerung auf Spotify.
Kontinent Sternenfluch
Verirre dich in der Ewigkeit der Sterne: lausche dem Track zum Kontinent Sternenfluch auf Spotify.
Kontinent Blutige Sümpfe
Spüre das Flüstern der Verlorenen. Der Track Beneath the Bloodmist Veil zu den Blutigen Sümpfen auf Spotify.
Kontinent Tiefenstille
Lass dich von der Tiefe verschlingen. Der Track zu Tiefenstille: Cosmic Whispers from the Abyss auf Spotify.
Kontinent Nachtgeflüster Dschungel
Whispers of the Nightbloom: Ein Atem aus Finsternis und Geheimnissen. Der Track zum Nachtgeflüster-Dschungel auf Spotify.
Kontinent Schattensang
Requiem of the Shadows: Ein kaltes Echo aus Kristall, Frost und erstarrter Erinnerung. Der Track zu Schattensang auf Spotify.
Kontinent Waldschattenmoor
Lament of the Mistbound Marsh: Ein schwerer Atem aus Moorlicht, Nebel und langsam versinkender Trauer. Der Track zu Waldschattenmoor auf Spotify.
Kontinent Das verlorene Lyserna
Kontinent Scherbenfall von Draen
Die Legende von Obscyria
Bevor Worte existierten und bevor die Monde ihre Bahnen fanden, gab es nur Strömungen.
Strömungen aus Essenz, Erinnerung und Möglichkeiten, die noch keine Form kannten.
Aus diesen Strömungen entstand Obscyria.
Eine Welt, die nicht aus Stein und Himmel allein besteht, sondern aus Resonanzen – aus Nebel, Schatten, Licht und dem Flüstern vergessener Sphären.
Hier ist Realität kein festes Gefüge, sondern ein atmender Schleier.
Zeit fließt nicht in gerader Linie.
Und Wahrheit besitzt mehr als eine Gestalt.
In Obscyria existieren keine Götter und keine endgültigen Gesetze.
Nur Pfade.
Pfade aus Entscheidungen, aus Essenz und aus dem Echo jener Kräfte, die älter sind als jede Erinnerung.
Wer diese Welt betritt, betritt keinen gewöhnlichen Ort.
Er betritt ein Geflecht aus Wirklichkeiten,
in dem jeder Schritt eine Spur hinterlässt
und jede Existenz Teil eines größeren kosmischen Liedes wird.
Licht und Schatten – Jenseits von Gut und Böse
In Obscyria tanzen Licht und Schatten nicht gegeneinander, sondern umeinander. Sie entspringen keiner festgeschriebenen Moral, sondern uralten Kräften, die sich durch alles weben, fließend, wandelbar, tief verbunden mit Erinnerung, Magie und Bedeutung. Die Ethik dieser Welt ist nicht starr, sondern atmend, ein Netz aus Resonanzen, das auf Absicht, Respekt und das Verstehen der Konsequenz beruht. Sie erwächst nicht aus Gesetzen oder kodifizierten Regeln, sondern aus einem tiefen Empfinden für Resonanz, Achtung und das unsichtbare Geflecht von Entscheidungen, das sich durch Raum, Zeit und Erinnerung zieht. Moralische Auslagen in Obscyria folgen keiner festen Doktrin. Sie entstehen aus der lebendigen Wechselwirkung von Wesen, Ort, Absicht und dem Schatten, den jede Entscheidung wirft. Ein System aus Achtung, Verantwortung und tief empfundener Konsequenz. Schuld und Erlösung sind keine festen Pole, sondern fragile Erscheinungen, die sich mit jeder Entscheidung verändern. Es gibt Wege, die unausweichlich scheinen, und doch biegsam sind, für jene, die bereit sind, die Essenz Obscyrias selbst zu durchdringen.
Es gibt in Obscyria weder Gut noch Böse, nicht als kosmische Pole, nicht als moralisches Gesetz, nicht als metaphysische Wahrheit. Diese Begriffe zerfallen hier wie Staub im Licht eines zersprungenen Mondes. Wesen sind nicht tugendhaft oder verderbt; sie sind Knotenpunkte aus Wille, Erinnerung, Herkunft und Schatten. Ihre Taten hallen nicht in Sphären von Sünde oder Erlösung wider, sondern in Schichten aus Konsequenz, Bindung und Essenzverschiebung.
Licht kann heilen, erwecken, führen. Doch es kann auch blenden, verbrennen, den Blick für das Wahre versperren. Schatten birgt Stille, Schutz, Erinnerung. Doch auch Vergessen, Verführung und Abgrund. Keine dieser Kräfte steht über der anderen, beide sind Spiegel einander, durchdringen sich in Nebel, Finsternis und kosmischem Flimmern.
Wesen in Obscyria wählen nicht zwischen Hell und Dunkel. Sie wandeln auf Pfaden dazwischen, in Dämmerung und Glanz, durch Schleier aus Moral, Magie und Mythos. Wahrheit existiert nicht als absolute Linie. Sie ist ein Nebelfluss, ein pulsierender Knoten aus Perspektiven, Bindungen, Wissen und Essenz.
Wer glaubt, das Licht sei stets rein oder die Finsternis nur Verderben, wird in Obscyria nicht fortbestehen. Die Monde mögen leuchten, doch auch sie werfen tiefe Schatten. Es sind nicht die Reinen, die bestehen, sondern jene, die im Flimmern zwischen Verheißung und Verfall wandeln. Wer das Gleißen in der Dunkelheit erkennt und das Flüstern im Licht nicht fürchtet, mag am Ende verstört, verändert, aber lebendig sein.
In Obscyria existieren keine Gesetze.
Kein Rat schreibt Regeln nieder, kein Herrscher bestimmt, was erlaubt ist und was nicht. Velarun kennen keine Gefängnisse, keine Richter und keine Systeme, die über Schuld oder Unschuld entscheiden.
Auch feste Hierarchien sind selten.
Titel tragen Bedeutung, doch sie entstehen nicht aus Abstammung oder Rang. Sie spiegeln Weisheit, Erfahrung oder eine besondere Beziehung zur Essenz wider. Abstammung hingegen besitzt kaum Gewicht. Einfluss entsteht nicht durch Herkunft, sondern durch Essenz, Erfahrung, Präsenz oder die Furcht, die ein Wesen auslöst.
Velarun folgen keinem gemeinsamen Kodex. Jeder trägt seinen eigenen moralischen Kompass in sich, geformt durch Kaeryth, Erinnerung und die Resonanzen seiner Entscheidungen.
Das bedeutet nicht, dass Obscyria friedlich ist.
Mord, Intrigen und Verrat sind Teil der Welt, wie Nebel und Schatten. Doch solche Taten rufen keine Richter hervor.
Sie rufen Folgen hervor.
Vertrauen zerbricht. Bündnisse lösen sich. Feindschaften entstehen. Manchmal erhebt sich eine Gemeinschaft gegen den, der zu weit gegangen ist. Manchmal folgt jahrelange Verfolgung. Manchmal nur Stille und Vergessen.
So entsteht eine Ordnung ohne Gesetz.
Nicht geschrieben in Stein, sondern im Gedächtnis der Welt.
In Obscyria existiert kein Gericht.
Doch jede Handlung findet ihr Echo.
Die Magie Obscyrias, Das atmende Gefüge
„Magie ist kein Werkzeug. Sie ist das Echo dessen, was die Welt erinnert.“
Ursprung
Magie ist in Obscyria kein erlerntes Handwerk und keine fremde Kraft, die von außen angerufen wird. Sie ist ein lebendiges Gefüge, durchzogen von Mondlicht, Nebel, Kosmos, Blut, Erinnerung und Verfall. Alles, was existiert, trägt Magie in sich, doch nicht alles spricht sie auf dieselbe Weise.
Magie entsteht dort, wo Essenz in Resonanz tritt: zwischen Wesen und Ort, zwischen Erinnerung und Wille, zwischen dem, was war, und dem, was werden will. Sie ist kein Fluss mit einer Quelle, sondern ein Netz aus Strömungen, das atmet, sich verdichtet, reißt und neu webt.
Keine Schulen, keine Ordnung
Obscyria kennt keine starren Magieschulen. Die Bezeichnungen, die Chronisten nutzen, Kosmos, Nebel, Blut, Schatten, Klang, Zeit, sind Lesarten, keine Grenzen. Jede Form der Magie ist Ausdruck desselben Gefüges, gefärbt durch Region, Kaeryth und Schleierzustand.
Wer Magie wirkt, beherrscht sie nicht. Er tritt in einen Austausch: Die Welt antwortet, nimmt Preis, hinterlässt Spur. Macht ohne Resonanz ist in Obscyria unmöglich.
Kaeryth & Magie
Der Kaeryth eines Wesens bestimmt nicht welche Magie es wirkt, sondern wie es mit dem Gefüge in Berührung tritt. Zwei Wesen können dieselbe Strömung berühren und doch völlig unterschiedliche Wirkungen hervorrufen. Der Essenzpfad färbt jede Manifestation, sanft oder grausam, ordnend oder auflösend.
Magie passt sich dem Kaeryth an, nicht umgekehrt. Mit jeder Entscheidung, jedem Schwur, jedem Verlust verändert sich die Art, wie ein Wesen Magie hört. Doch wie der Kaeryth selbst bleibt auch diese Signatur im Kern erhalten.
Der Schleier als Medium
Magie wirkt durch den Schleier, jene Schicht aus Nebel, Erinnerung und Möglichkeit, die Realität zusammenhält. Wenn der Schleier dicht ist, wirkt Magie träumerisch, verzerrt, symbolhaft. Wenn er reißt, wird Magie roh, gefährlich und unumkehrbar.
Nebel speichern Zeit. Schatten bewahren Erinnerung. Mondlicht ordnet Strömungen. Kosmisches Leuchten öffnet Pfade. Blut bindet Preis. Keine dieser Kräfte steht allein.
Preis & Konsequenz
Jede Magie fordert Gegenlast. Nicht immer sofort, nicht immer sichtbar, aber unausweichlich. Stimmen können schwinden, Namen schwerer werden, Pfade sich verengen. Wer zu oft wirkt, ohne zu hören, wird vom Gefüge zurückgeformt.
Darum fürchten die Weisen nicht die Macht, sondern die Gedankenlosigkeit. Die gefährlichste Magie ist jene, die ohne Achtung gesprochen wird.
Vielfalt ohne Schranken
Magie in Obscyria kennt keine angeborenen Verbote und keine verschlossenen Pfade. Es gibt keine Strömung, die einem Wesen von Natur aus verwehrt wäre. Jede Form von Magie kann erlernt, berührt oder verstanden werden, sofern ein Wesen bereit ist, den Preis der Resonanz zu tragen.
Vielfalt entsteht nicht durch Erlaubnis, sondern durch Begegnung. Ein Wesen mag dem Nebel nah sein und dennoch Blutmagie erlernen; es kann im Kosmos erwachen und später Schatten führen. Der Kaeryth begrenzt diese Wege nicht, er färbt sie. Magie widerspricht sich nicht, sie überlagert sich.
Darum existieren in Obscyria Mischformen, Übergänge und seltene Eigenklänge: Nebel, der heilt; Licht, das verdirbt; Blut, das bewahrt; Schatten, der schützt. Was fremden Welten als Widerspruch erscheint, ist hier Ausdruck eines reichen, ungezähmten Gefüges.
Die einzige Grenze ist nicht das Können, sondern die Achtung. Wer zu viele Strömungen berührt, ohne ihnen zuzuhören, zerreißt den eigenen Kaeryth. Wer aber lernt, Magie als Dialog zu begreifen, kann viele Stimmen tragen, und dennoch ganz bleiben.
Wandel statt Kontrolle
Magie in Obscyria ist kein Mittel zur Beherrschung der Welt, sondern ein Weg, sich von ihr verändern zu lassen. Große Wirkungen entstehen selten durch Gewalt, sondern durch Resonanz im richtigen Moment: wenn Mondflut oder Dämmerfall den Schleier öffnen, wenn Erinnerung bereit ist, loszulassen, wenn der Kaeryth eine neue Tiefe annimmt.
So bleibt Magie das, was sie immer war: das atmende Gedächtnis Obscyrias. Jedes Wesen nutzt Magie, denn alles in Obscyria ist aus ihr hervorgegangen. Jedes Wesen ist von Magie durchzogen und mit ihr verwoben. So schreibt sich jedes Sein unausweichlich in dieses Gedächtnis ein: als Spur, als Wunde oder als leises Leuchten im Nebel.
Nebeldämmerung – Dämmermond
Nebeldämmerung ist kein Land, das man betritt. Es ist ein Schleier, der entscheidet, ob man erinnert wird. Ein endloser Kontinent aus lebendigem Nebel, verwaschenen Pfaden und Lichtungen, in denen Wahrheit nur als Echo erscheint. Zwischen silbernen Dunstwäldern, Traumflor und schimmernden Nebellaternen leben Velarun, deren Kaeryth vom Flüstern des Schleiers geformt wurde.
Der Nebel verändert unablässig Gestalt und Richtung. Er verbirgt Wege, verschluckt Stimmen und gibt verlorene Erinnerungen in fremder Form zurück. Wer ihn beherrschen will, verirrt sich. Wer ihm zuhört, findet manchmal, was nie gesucht werden durfte.
Über Nebeldämmerung wacht der Dämmermond. Sein fahles Licht stärkt Nebelmagie, Schleierpfade und die Kunst, Wahrheit in Unschärfe zu lesen. Unter seinem Schein werden Grenzen weich: zwischen Traum und Erinnerung, zwischen Gestalt und Schatten, zwischen dem, was war, und dem, was der Nebel daraus macht.
Die allgegenwärtigen Nebel Obscyrias entspringen dem uralten Lyserna, doch in Nebeldämmerung fanden sie ihre erste Stimme.
Sternenfluch – Sternenruf
Sternenfluch ist ein Reich unter einem Himmel, der niemals schweigt. Über schwarzen Seen, sturmverhangenen Gebirgen und obsidianfarbenen Ebenen liegt der ewige Nachthimmel wie ein offenes Archiv des Kosmos. Sterne brennen hier nicht nur als Licht, sie antworten, richten aus und ziehen Schicksale in unsichtbare Bahnen.
Durch den kosmischen Schleier hallen Stimmen, die älter sind als viele Pfade der Velarun. Sternenwanderer, Sternflüsterer und jene, deren Kaeryth an Resonanz gebunden ist, lauschen dem Sternenruf: einer Macht, die Visionen schenkt, Möglichkeiten verdichtet und die Essenz verlorener Seelen als leuchtende Zeichen in den Himmel schreibt.
Doch der Sternenruf ist kein Geschenk ohne Preis. Wer zu lange lauscht, hört nicht mehr nur die Zukunft, sondern alle Versionen des eigenen Scheiterns. In Sternenfluch wird Schicksal nicht vorhergesagt. Es bekommt Gewicht.
Hier ist Magie Ausrichtung, Konvergenz und kosmische Resonanz. Jeder Schritt kann eine Umlaufbahn sein. Jede Entscheidung ein Stern, der fällt.
Blutige Sümpfe – Verdammnismond
Die Blutigen Sümpfe sind ein Kontinent aus Schuld, Fäulnis und rotem Wasser, ein vernarbtes Reich, in dem der Boden nicht trägt, sondern prüft. Nebel, Blut und Schatten verweben sich zu einer Magie, die nicht heilt, sondern bindet. Jeder Sumpfpfad verlangt Gewicht. Jeder Atemzug kann ein Preis sein.
Die Wasser der Sümpfe tragen keine Spiegelung, sondern Reste vergangener Schreie, verlorener Namen und alter Rituale. Unter modrigen Wurzeln, in Sammelbecken, Schlickadern und blutgetränkten Senken ruhen Mächte, die nicht vergessen haben, wer einst in ihnen versank. Hier leben jene Velarun, deren Kaeryth von Blut, Last, Verfall und Verdammnis gezeichnet wurde.
Über allem steht der Verdammnismond. Er wirft kein Licht im gewöhnlichen Sinn, er legt Last. Unter seinem violett-roten Schein werden Blutmagie, Fluchkunst und Verderbnis gestärkt. Schuld wird schärfer. Erinnerung wird schwerer. Namen beginnen zu ziehen.
In den Blutigen Sümpfen fragt niemand, wohin du gehst.
Die einzige Frage lautet: Was trägst du, während du weitergehst?
Waldschattenmoor – Nebelsichel
Waldschattenmoor ist ein verworrenes Reich aus uralten Wäldern, sinkendem Grund und trügerischen Spiegelwassern. Hier atmet der Boden, der Schlamm erinnert sich, und der Nebel legt fremde Bilder über das, was wirklich ist. Kein Pfad bleibt, wie er war. Kein Schatten gehört ganz dem Wesen, das ihn wirft.
Zwischen Moorrinde, Fahllicht, leuchtenden Sporen und träumendem Schlamm leben Velarun, deren Kaeryth aus Täuschung, Erinnerung und langsamer Auflösung besteht. Das Moor spricht nicht in Worten. Es antwortet durch Spiegelungen, Hallbilder, Irrlichter und jene leisen Verschiebungen, durch die ein Reisender irgendwann nicht mehr weiß, ob er noch geht, oder längst erinnert wird.
Die Nebelsichel verstärkt Illusionsmagie, Trugpfade und die Kunst, aus Selbstbetrug Wahrheit zu weben. Unter ihrem Schein werden Gedanken weich, Erinnerungen beweglich und Grenzen zwischen Körper, Traum und Moor unsicher.
Waldschattenmoor ist kein Ort, der Eindringlinge jagt.
Es lässt sie bleiben, bis sie glauben, immer hier gewesen zu sein.
Schattensang – Schattenmond
Schattensang ist eine kalte Welt aus Kristall, Frost, Echo und bewahrter Erinnerung. Zerbrochene Gebirge, unterirdische Städte, vergessene Katakomben und funkelnde Kristallhöhlen ziehen sich durch diesen Kontinent wie ein Archiv aus Eis und Schatten. Hier hallt nichts einfach wider, jedes Echo prüft, was in einer Seele unausgesprochen blieb.
Die Velarun Schattensangs leben zwischen Splittern, Resonanz und kalter Chronik. Ihr Kaeryth ist oft an Erinnerung, Klang, Frost oder kristalline Magie gebunden. In den Tiefen speichern Kristalle Gedanken, Schwüre, Schuld und Stimmen vergangener Zeitalter. Manche flüstern Warnungen. Andere wiederholen Fehler, bis jemand sie endlich versteht.
Der Schattenmond stärkt dunkle Künste, Kristallmagie, Erinnerungsbindung und jene Ströme, in denen Zeit nicht fließt, sondern gefriert. Unter seinem Licht werden Geheimnisse schärfer, Schatten präziser und die Vergangenheit gefährlich nah.
Schattensang offenbart keine Wahrheit aus Gnade.
Es schneidet sie aus dem Echo heraus. Kalt, klar und unausweichlich.
Nachtgeflüster-Dschungel – Nachtschwinge
Der Nachtgeflüster-Dschungel ist ein uralter, ungezähmter Kontinent, dessen Bewusstsein in Wurzeln, Myzel, Schatten und Sporen atmet. Hier ist die Landschaft kein Hintergrund. Sie nimmt wahr. Blätter reagieren auf Absicht, Schattengras neigt sich dem Puls entgegen, und selbst der Boden entscheidet, welchen Schritten er Halt gewährt.
Zwischen Lichtfängerbäumen, Sporennebel, lebenden Brücken und flüsternden Kronen leben Velarun, deren Kaeryth aus Nähe, Wahrnehmung, Myzel, Schatten und innerer Wahrheit geformt wurde. Wer diesen Dschungel betritt, verliert nicht zuerst Blut, sondern Verborgenheit. Der Wald sieht, was verschwiegen wird.
Die Nachtschwinge durchdringt alles Leben dieses Kontinents. Sie verstärkt die Verbindung zwischen Schatten und Organismus, zwischen Stimme und Wurzel, zwischen Erinnerung und Wachstum. Unter ihrem Schein flackert Licht, Realität verschiebt sich, und Wesen können mit Umgebung, Dunst und Dunkelheit verschmelzen.
In den tiefsten Regionen des Nachtgeflüster-Dschungels ruht kein Wissen in Büchern.
Es wächst in Stimmen, Wurzeln und Sporen und es antwortet nur jenen, die bereit sind, selbst gesehen zu werden.
Tiefenstille – Kosmisches Leuchten
Tiefenstille ist kein Meer, das man überquert, es ist ein Gedächtnis aus Druck, Strömung und schwerem Nachhall. Ein gewaltiges, vom übrigen Obscyria abgeschnittenes Gebiet, dessen dunkle Wasser nicht schweigen, sondern bewahren. Unter den endlosen Wellen liegen versunkene Städte, Korallenruinen und alte Strömungstore, deren Namen längst aus den Chroniken gefallen sind. Doch was die Tiefe einmal aufgenommen hat, vergisst sie nicht.
Hier ist Wasser nicht nur Element, sondern Erinnerung. Jede Strömung trägt ein Echo, jede Stille eine Schuld, jeder Abstieg eine Frage, die nicht an den Körper, sondern an die Essenz gerichtet ist. Die Velarun Tiefenstilles leben mit dem Druck der Tiefe, nicht gegen ihn. Ihr Kaeryth ist oft an Bindung, Stimme, Strömung, Seelenlicht oder das Gedächtnis des Wassers geknüpft.
Über Tiefenstille wacht kein Mond. Stattdessen liegt das Kosmische Leuchten über den dunklen Flächen: ein kaltes, geisterhaftes Schimmern, das nicht vom Himmel fällt, sondern aus der Ferne zwischen den Welten zu kommen scheint. Es durchdringt Wasser, Ruinen und Seele, lässt versunkene Wahrheiten kurz sichtbar werden und öffnet jene feinen Risse, in denen Existenz und Vergessenheit ineinanderfließen.
Unter seinem Schein erwachen Mächte, die nicht ganz zur physischen Welt gehören. Stimmen steigen aus Tiefenschächten, alte Bindungen ziehen durch Korallenstädte, und im Druck der Finsternis beginnt selbst die Stille zu antworten.
Tiefenstille offenbart ihre Wahrheit nicht denen, die hinabtauchen. Sie offenbart sie nur jenen, die bereit sind, vom Wasser erinnert zu werden.
Die Uralten Quellen – Lysernas Nebel & Scherbenfalls Dunkelheit
Nicht alle Mächte Obscyrias wurden auf den bekannten Kontinenten geboren. Manche sind älter als Pfade, älter als Namen, älter als jene Wahrheiten, die die Velarun in ihren Kaeryth tragen. Zwei Quellen durchziehen Obscyria wie gegensätzliche Adern: das verlorene Lyserna, aus dem Nebel, Licht und Traum ihre erste Sprache empfingen und Scherbenfall von Draen, aus dessen Rissen dunkle Magie, Blut und Schatten in die Welt sickerten.
Lyserna löst auf. Scherbenfall verdichtet.
Lyserna schenkt Möglichkeit. Scherbenfall verlangt Preis.
Zwischen beiden Quellen spannt sich ein Teil des uralten Gleichgewichts Obscyrias: Traum gegen Wunde, Nebel gegen Riss, Erinnerung gegen Verdammnis.
Das verlorene Lyserna – Echoschimmer
Lyserna ist kein Kontinent im gewöhnlichen Sinn. Es ist ein schwebendes Reich zwischen Zeitfäden, Traum und schimmernder Auflösung, verborgen über den bekannten Pfaden Obscyrias, umhüllt von farbigen Nebeln, gebrochenem Licht und Möglichkeiten, die nie ganz Wirklichkeit wurden.
Über Lyserna liegt der Echoschimmer, keine gewöhnliche Mondgestalt, sondern eine mystische Aura aus Traumlicht, Zeitspiegelung und kosmischer Erinnerung. Sein Velryss-Name lautet Lyrr’vessa — „Träumender Spiegel der Zeit“. Er berührt Raum, Erinnerung und Möglichkeit zugleich, als würde jede Wirklichkeit für einen Atemzug mehrere Schatten werfen. Unter seinem Schein werden Träume lesbar, Zeitfäden sichtbar und Erinnerungen zu Spiegeln, in denen nicht nur Vergangenes, sondern auch ungewählte Möglichkeiten erscheinen.
Hier fließen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht nacheinander, sondern ineinander. Ein Schritt kann zu einer Erinnerung führen, die noch nicht geschehen ist. Ein Blick in einen Spiegelteich kann eine Version des eigenen Selbst zeigen, die längst verloren ging, oder nie geboren wurde. Die Träumer Lysernas wandeln durch diese Zwischenzustände wie Wesen, die nicht mehr vollständig an eine einzige Zeit gebunden sind.
Aus Lyserna stammen die uralten Nebel Obscyrias. Doch diese Nebel sind nicht bloß Dunst. Sie sind Fragmente von Traum, Erinnerung, Licht und ungelebter Möglichkeit. Durch Nebeladern gleiten gebrochene Gedanken, flüchtige Visionen und Wahrheiten, die sich verändern, sobald man versucht, sie festzuhalten.
Die Magie Lysernas ist sanft nur in ihrer Erscheinung. In Wahrheit ist sie gefährlich, weil sie nicht zerstört, sondern verschiebt. Sie löst Gewissheiten auf, verändert Wege, trennt Wesen von festen Versionen ihrer selbst und zeigt, dass jede Wahrheit nur eine von vielen möglichen Formen sein kann.
Lyserna offenbart keine Bestimmung wie ein Urteil.
Es zeigt Möglichkeiten und lässt den Wandernden daran zerbrechen, welche davon er zurücklassen muss.
Scherbenfall von Draen – Drachenfluchmond
Scherbenfall von Draen ist die Wunde, aus der Obscyrias dunkelste Magie atmet. Ein zerbrochener Kontinent aus Riss, Blut, Asche, Schmerz und kompromissloser Verdichtung. Hier wirkt Dunkelheit nicht wie ein Schatten, der fällt. Sie ist Substanz. Sie kriecht durch Stein, bindet sich an Blut, frisst sich in Namen und legt sich wie ein zweiter Wille über alles, was zu lange bleibt.
Über Scherbenfall steht der Drachenfluchmond, eine verfluchte Mondmacht aus Flammenblut, Schwur und uralter Verwundung. Sein Velryss-Name lautet Kaer’tharun — „Züngelnder Schwur im Flammenblut“. Sein Licht brennt nicht wie gewöhnliches Feuer. Es legt Hitze in alte Risse, weckt schlafende Flüche und lässt Blut, Schatten und Asche aufeinander antworten. Unter seinem Schein wird Macht nie geschenkt. Sie wird aus Wunde, Opfer und Verdammnis herausgerissen.
Die Landschaft ist zersplittert von uralten Brüchen, schwarzen Ebenen, Schattenschmieden, Fluchschlünden und Tiefen, in denen die Welt selbst beschädigt wirkt. Die Scherben, die das Land durchziehen, gelten als Relikte einer Zeit vor Obscyria. Splitter von Mächten, die nicht erschaffen wurden, sondern übrigblieben. Zwischen ihnen pulsieren Schattenströme wie lebende Adern und tragen die Essenz der Dunkelheit in andere Regionen der Welt.
Scherbenfall schenkt keine Magie. Er fordert sie heraus. Jeder Zauber, jede Bindung, jede Form von Macht trägt hier den Geschmack von Preis, Opfer und Wunde. Die Bewohner, deren Kaeryth von diesem Kontinent geformt wurde, tragen oft Spuren von Blutmagie, Schattenbindung, Asche, Fluch oder gebrochener Essenz in sich.
Der Tod ist in Scherbenfall nicht das Ende. Er bleibt hängen. In Steinen, in Rissen, in Schmelzgruben, in den Namen jener, die zu tief in die Dunkelheit griffen. Die Vergangenheit lebt hier nicht als Erinnerung weiter, sondern als Druck gegen die Gegenwart.
Wer Scherbenfall von Draen betritt, hört nicht nur den letzten Schrei einer verzerrten Realität.
Er begreift, dass manche Wunden nicht heilen wollen, weil sie die Welt daran erinnern, woraus sie geboren wurde.
Die Strömungen des Wetters
In Obscyria ist Wetter kein bloßes Spiel von Wind und Himmel.
Es ist ein Ausdruck der Essenz.
Nebel, Winde, Stürme und fallende Partikel entstehen nicht aus einfachen Naturgesetzen, sondern aus den Strömungen der Magie, den Zyklen der Monde und den Erinnerungen, die in der Welt selbst ruhen.
Das Wetter folgt keinem festen Muster. Es wandelt sich mit den Schleierzuständen, mit kosmischer Resonanz und mit den unsichtbaren Bewegungen der Sphären.
Ein Sturm kann aus einem Gedanken geboren werden.
Ein Nebel kann Erinnerungen tragen.
Ein Wind kann Stimmen flüstern, die nie gesprochen wurden.
Nebelphänomene
Der Nebel ist die häufigste Erscheinung in Obscyria.
Er ist kein gewöhnlicher Dunst.
Er ist ein Träger von Erinnerung, Essenz und verlorenen Stimmen.
Seelennebel
In Nebeldämmerung und Schattensang durchzogen von flüsternden Fragmenten vergangener Existenzen. Wer ihn durchquert, kann Visionen empfangen oder Erinnerungen berühren, die nicht die eigenen sind. Doch wer zu lange verweilt, verliert Teile seines Selbst.
Spiegelnebel
In Sternenfluch und Waldschattenmoor reflektiert er nicht nur Licht, sondern Möglichkeiten. Vergangene Wege, alternative Entscheidungen und fremde Versionen des Selbst können darin sichtbar werden. Manchmal entstehen Doppelgänger. Manchmal öffnen sich Spiegelpfade in andere Wirklichkeiten.
Blutnebel
In den Blutigen Sümpfen ein dichter, rötlicher Schleier, der Gedanken schwer macht und Licht verschlingt. In seiner Nähe werden Emotionen verzerrt, und selbst klare Absichten beginnen zu bröckeln.
Magische Winde
Die Winde Obscyrias tragen mehr als Luft.
Sie bewegen Erinnerung, verändern Wahrnehmung und verschieben die Grenzen des Bewusstseins.
Vergessenheitswind
In Tiefenstille löscht er Fragmente von Wissen. Namen verblassen, Runen verlieren ihre Bedeutung, und selbst vertraute Gedanken können entgleiten. Manchmal flüstert er jedoch Erinnerungen aus anderen Zeiten zurück.
Traumwind
Im Nachtgeflüster-Dschungel durchzogen von fremden Melodien und Düften. Er zieht Wesen in tiefe Träume, in denen Vision und Täuschung nicht mehr zu unterscheiden sind.
Schattentanz-Wind
In Schattensang pulsiert er durch die Dunkelheit. Schatten beginnen sich zu bewegen, als hätten sie ein eigenes Leben. Wer ihm ausgesetzt ist, spürt oft, dass etwas folgt, ohne je sichtbar zu werden.
Kosmische Phänomene
Die Monde und Sterne greifen direkt in das Wetter ein.
Ihr Einfluss ist nicht fern, sondern spürbar.
Mondregen
Feine Lichtpartikel fallen aus dem Himmel wie sanfter Regen. Sie können heilende oder stärkende Eigenschaften tragen, doch in bestimmten Zuständen entziehen sie Essenz statt sie zu geben.
Lichtexplosionen
Der Himmel reißt für einen Moment auf. Verborgene Runen erscheinen, Räume verzerren sich, und bekannte Orte wirken fremd, als wären sie aus einer anderen Erinnerung entstanden.
Schwarze Stürme
Dichte Finsternis verschlingt den Himmel. Magie wird unberechenbar, verstärkt sich oder zerbricht. In solchen Stürmen scheint etwas aus den Schatten selbst hervorzutreten.
Klimaextreme
Temperatur ist in Obscyria kein stabiler Zustand, sondern ein Ausdruck innerer Strömung.
Dunkelvereisung
Schwarzes Eis überzieht die Welt. Bewegung wird träge, Magie erstarrt, und selbst Feuer verliert seine Kraft.
Ascheregen
Glühende Partikel fallen lautlos vom Himmel. Sie nähren Feuer- und Blutmagie, während andere Essenzformen schwächer werden.
Schimmerhitze
Die Luft beginnt zu flirren. Geräusche entfernen sich, als würden sie durch Wasser dringen. Raum und Ziel verschwimmen, und selbst Wege verlieren ihre Verlässlichkeit.
Besondere Wetterereignisse
Manche Erscheinungen sind selten und werden von vielen Velarun gefürchtet.
Totenstille
Ein Moment, in dem jedes Geräusch erlischt. Selbst Magie verstummt. In dieser Stille sehen manche Dinge, die nicht zur Welt gehören.
Leerenfall
Der Himmel wirkt gebrochen. Licht verliert an Kraft, und jede Form von Magie verlangt mehr Essenz als gewöhnlich.
Blutmondfluten
Die Gewässer steigen und färben sich dunkel. Alte Kräfte erwachen, und Wesen aus verborgenen Tiefen treten hervor.
Regen und fallende Essenz
Regen fällt in Obscyria nicht immer als Wasser.
Ascheregen
Feine, oft glühende Partikel fallen lautlos vom Himmel. Sie trüben die Sicht, nähren bestimmte Essenzformen und tragen den Nachhall verbrannter Erinnerungen.
Lichtregen
Sanfte, schimmernde Partikel sinken wie flüssiges Leuchten herab. Sie können heilen, stärken oder verborgene Strömungen sichtbar machen.
Schattenregen
Dichte, dunkle Tropfen fallen schwer und lautlos. Sie dämpfen Licht, verlangsamen Bewegung und lassen Gedanken schwer werden.
Erinnerungsregen
Seltene Niederschläge, die Fragmente vergangener Momente tragen. Beim Berühren blitzen Bilder, Stimmen oder Gefühle auf, die nicht dem eigenen Leben entstammen.
Solche Niederschläge gelten als Zeichen, dass die Strömungen der Welt aus dem Gleichgewicht geraten sind.
Sie können Heilung oder Verfall bringen.
Sie können Erinnerungen offenbaren oder Identität verwischen.
Sie können Essenz schenken oder sie langsam entziehen.
Extreme Erscheinungen
Manche Wetterzustände erreichen eine Verdichtung, die über das Gewöhnliche hinausgeht.
Diese Phänomene tragen eigene Namen, da sie nicht nur die Umgebung, sondern Essenz, Erinnerung und Identität berühren.
Nyx’Vara – Der Ortlose Nebel
Ein Nebel, der Orte aus der Wahrnehmung der Welt tilgt. Wege enden im Nichts, Karten verlieren ihre Bedeutung.
Elyr’Rhaen – Regen der Namen
Niederschlag, der Namen löscht oder neu schreibt. Bindungen verändern sich, Erinnerungen verschieben ihre Zugehörigkeit.
Kael’Mor – Sturm der Pfade
Ein Wind, der den Kaeryth berührt. Entscheidungen kippen, Essenzpfade verschieben sich, als würden sie neu gewoben.
Thyra’Zhul – Schwarze Verdichtung
Finsternis sammelt sich zu greifbarer Masse. Licht verliert Halt, Formen beginnen sich aufzulösen.
Vel’Nyth – Flimmerbruch
Die Realität selbst beginnt zu reißen. Farben brechen, Zeit verliert Richtung, Orte existieren gleichzeitig in mehreren Zuständen.
Regionale Ausprägungen
Jeder Kontinent trägt eine eigene Signatur der Strömungen.
Nebeldämmerung
Dichter, lebendiger Nebel, der auf Bewegung reagiert. Seelennebel tritt hier besonders häufig auf.
Sternenfluch
Kosmische Einflüsse dominieren. Mondregen und Lichtexplosionen formen das Wetter, oft begleitet von Raumverzerrungen.
Blutige Sümpfe
Schwere, warme Strömungen. Blutnebel und Blutmondfluten verdichten Emotion und Instinkt.
Waldschattenmoor
Spiegelnebel und trügerische Luftschichten. Wege verändern sich, als würden sie Entscheidungen widerspiegeln.
Schattensang
Kalte, klare Dunkelheit. Schattentanz-Winde und Dunkelvereisung prägen die Regionen.
Nachtgeflüster-Dschungel
Feuchte, dichte Luft. Traumwinde durchziehen das Blätterdach und tragen Visionen.
Tiefenstille
Schwere, drückende Strömungen. Vergessenheitswinde und schwarze Stürme steigen aus der Tiefe auf.
Scherbenfall von Draen
Asche, Hitze und rohe Essenz. Ascheregen und flackernde Energiewellen dominieren das Klima.
Lyserna
Gebrochenes Licht und schwebende Farben. Regen, Nebel und Hitze wirken wie Träume, die ihre Form verlieren.
Verhalten und Bedeutung der Velarun
Velarun reagieren unterschiedlich auf die Strömungen des Wetters.
Manche suchen gezielt bestimmte Phänomene auf, um Erkenntnis oder Macht zu erlangen.
Andere meiden sie und lesen sie als Warnung.
Wieder andere haben gelernt, einzelne Strömungen für Rituale zu nutzen.
Doch selbst die Erfahrensten können das Wetter nicht vollständig kontrollieren.
Der Schleier Eryndorn
Zwischen den Sphären der Existenz liegt eine Grenze, die weder aus Materie noch aus Magie besteht.
Diese Grenze wird der Schleier genannt.
Der Schleier trennt die Ebenen der Wirklichkeit voneinander. Jede Sphäre besitzt ihre eigene Form von Bewusstsein, ihre eigenen Strömungen der Essenz und ihre eigenen Gesetze der Existenz. Ohne diese Trennung würden Erinnerungen, Träume, Essenzen und körperliche Formen unkontrolliert ineinander übergehen.
Die Welt würde sich auflösen.
Der Schleier hält diese Wirklichkeiten im Gleichgewicht. Er legt sich wie ein atmender Nebel zwischen die Ebenen und verhindert, dass die Strömungen der Existenz einander verschlingen.
Doch der Schleier ist keine starre Mauer.
Er bewegt sich, flüstert und verändert sich mit den Strömungen der Essenz. An manchen Orten wird er dünn, und für einen Augenblick verschwimmen die Grenzen zwischen den Sphären.
Dort können Stimmen aus anderen Wirklichkeiten hörbar werden. Schatten bewegen sich gegen das Licht, Erinnerungen erscheinen in körperlicher Gestalt und Wege öffnen sich in fremde Ebenen der Existenz.
Die Nyharim sind tief mit diesen Schleiern verbunden. Manche von ihnen können sie berühren oder durchdringen, als wären sie Teil ihres eigenen Wesens.
Velarun hingegen erkennen den Schleier meist nur daran, dass sich die Welt an bestimmten Orten anders verhält.
Denn hinter dem Schleier liegt etwas Älteres.
Etwas, das nie vollständig von der Wirklichkeit getrennt wurde.
Vel’taryss – Der Schwarze Strom
Jenseits der Schleier fließt Vel’taryss.
Vel’taryss ist kein Ort und kein Reich. Es ist ein Zustand der Existenz, der älter ist als jede Sphäre, älter als Zeit und älter als die ersten Formen der Welt.
Viele beschreiben Vel’taryss als einen Schwarzen Strom.
Ein endloses Geflecht aus Essenz, Erinnerung und kosmischer Möglichkeit, das durch die Spalten der Realität fließt. In diesem Strom existieren Fragmente vergangener Zeiten, zerbrochene Gedanken, ungelebte Möglichkeiten und die ersten Impulse der Schöpfung.
Aus diesen Strömungen entstanden einst die Nyharim.
Und aus dem Wirken dieser Entitäten formten sich schließlich die Sphären und die Welt Obscyria.
Doch Vel’taryss existiert weiterhin jenseits des Schleiers. Seine Strömungen berühren die Wirklichkeit an den dünnsten Stellen der Grenze.
Dort, wo der Schleier reißt, beginnt Vel’taryss zu flüstern.
Wer diesen Strom berührt, kann Einblicke in die tiefsten Muster der Existenz erhalten. Manche erkennen darin die verborgenen Strukturen der Welt, andere hören Wahrheiten, die kein sterblicher Geist tragen kann.
Doch der Preis ist hoch.
Der Körper beginnt zu verfallen, Erinnerungen lösen sich auf, und das Bewusstsein driftet langsam in den Ursprung zurück, aus dem es einst hervorgegangen ist.
Viele, die Vel’taryss berührt haben, kehren verändert zurück.
Ihre Augen sehen Dinge, die andere nicht erkennen können.
Ihre Stimmen tragen ein Echo aus einer Wirklichkeit jenseits des Schleiers.
Sie sind nicht länger nur Teil der Welt.
Sie sind Risse in ihr.
Obscyria besteht nicht aus einer einzigen Wirklichkeit.
Die Welt ist ein Geflecht aus vielen Ebenen der Existenz, die übereinanderliegen wie Schleier aus Essenz und Bewusstsein. Jede dieser Sphären besitzt ihre eigene Realität, ihre eigenen Strömungen der Magie und ihre eigenen Bewohner.
Die meisten Wesen existieren nur innerhalb einer dieser Ebenen und nehmen die anderen kaum wahr. Der Schleier trennt diese Wirklichkeiten voneinander und verhindert, dass ihre Ströme unkontrolliert ineinander übergehen.
Doch an manchen Orten wird dieser Schleier dünn. Dann berühren sich die Sphären, und Wesen oder Kräfte können zwischen ihnen wandern.
Einige wenige Entitäten, insbesondere die Nyharim, existieren jenseits dieser Grenzen und können mehrere Ebenen gleichzeitig berühren.
Die Velarun hingegen wandeln gewöhnlich nur in einer einzigen Sphäre.
Nyx’valar – Die Welt des Schleiers
Nyx’valar ist die sichtbare Realität Obscyrias. Hier existieren die Landschaften, Städte, Ozeane und Wälder, in denen die meisten Velarun leben.
Doch selbst diese Welt ist nicht vollständig stabil. Der Nebel, der viele Regionen durchzieht, ist mehr als nur ein Naturphänomen. Er ist Teil des Schleiers selbst und verbirgt die Übergänge zu anderen Sphären.
Manche behaupten, dass der Nebel nicht nur verdeckt, sondern beobachtet.
Xhal’Vethar – Der Schattenstrom
Xhal’Vethar ist eine tiefere Ebene der Existenz, in der Schatten lebendig werden und Erinnerungen eine eigene Form annehmen.
Hier wandern verlorene Seelen, geisterhafte Manifestationen vergangener Ereignisse und Wesen, die aus reiner Dunkelheit bestehen. Erinnerungen können hier Gestalt annehmen und ein Eigenleben entwickeln.
Manche Velarun behaupten, dass das Obskurium seine Macht aus dieser Ebene schöpft.
Doch wer zu lange im Schattenstrom verweilt, beginnt, seine eigene Identität zu verlieren.
Elyth’Nir – Die Astrale Finsternis
Jenseits der Sterne liegt Elyth’Nir, eine Sphäre absoluter kosmischer Dunkelheit.
Hier existieren Entitäten, die älter sind als Zeit und Raum selbst. Sie kennen weder Leben noch Tod und denken in Dimensionen, die für gewöhnliche Wesen kaum begreifbar sind.
Das Licht der Monde erreicht diesen Ort nicht.
Wer zu lange in Elyth’Nir verweilt, beginnt langsam zu vergessen, wer oder was er ist.
Yvorith’Kai – Das Sternengewebe
Yvorith’Kai ist eine Ebene reiner Energie, in der die Schicksalsfäden aller Wesen miteinander verflochten sind.
Hier existieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht getrennt voneinander, sondern als ein einziges Gewebe aus Möglichkeiten.
Die Sternenrufer versuchen, dieses Gewebe zu lesen oder zu beeinflussen. Doch jeder Eingriff hinterlässt Spuren im Gefüge der Wirklichkeit.
Manche dieser Spuren führen zu neuen Schicksalen.
Andere zu Katastrophen.
Eryth’Valis – Die Reflektion des Lebens
Eryth’Valis ist eine Spiegelwelt zwischen Realität und Traum.
Hier nehmen Gedanken, Erinnerungen und Emotionen eine physische Gestalt an. Landschaften verändern sich nach dem inneren Zustand jener, die diese Ebene betreten.
Manche Reisende berichten, dass sie dort nicht gegen fremde Wesen kämpfen mussten, sondern gegen Schatten ihres eigenen Selbst.
Wer in Eryth’Valis zu lange verweilt, kann im eigenen Geist verloren gehen.
Vael’Thorr – Der Abgrund der Vergessenheit
Vael’Thorr ist eine verborgene Sphäre, in der alles endet, was nicht mehr erinnert wird.
Vergessene Namen, ausgelöschte Geschichten und verlorene Seelen sinken in diese Ebene hinab. Dort lösen sie sich langsam auf, bis selbst ihre Essenz aus dem Gedächtnis der Welt verschwindet.
Nur wenige Wesen haben Vael’Thorr betreten und sind mit ihrem Verstand zurückgekehrt.
Viele behaupten, dass selbst die Nyharim diesen Ort meiden.
Nythyrion – Die Drift der zersplitterten Essenz
Nythyrion ist keine gewöhnliche Sphäre.
Es ist eine metaphysische Driftzone zwischen Existenz und Vergessen, ein Sturm aus Erinnerungen, Emotionen und zerbrochenen Identitäten.
Diese Ebene öffnet sich nur dann, wenn ein Wesen einen Bruch in seiner Seele erleidet – durch Trauma, durch misslungene Rituale oder durch Berührung mit fremden kosmischen Kräften.
In Nythyrion begegnet ein Reisender keinen äußeren Feinden.
Er begegnet sich selbst.
Wer dort seine eigene Essenz verliert, sinkt schließlich hinab in Vael’Thorr.
Die Monde – Die Zwielichtträger des Firmaments
Die Monde sind die mystischen Hüter der Magie Obscyrias. Sie sind nicht nur Himmelskörper, sondern uralte, lebendige Wesenheiten, die ihre Macht wie Strömungen durch Raum und Zeit weben. Jede Mondphase ist ein Atemzug des Kosmos, das Wachsen und Schwinden ihrer Gestalt verändert die Intensität der Nebeladern, verdichtet die Schattenströme oder öffnet die Tore zu den Kosmischen Strömen.
Ihre Finsternis Phasen sind mehr als bloßes Verschwinden des Lichts: Sie sind Augenblicke, in denen die Wirklichkeit schwankt, in denen alte Siegel gebrochen und neue Pfade der Bestimmung geboren werden. In den Legenden der Velarun heißt es, dass jeder Mond eine Stimme besitzt, die nur in Träumen gehört werden kann und dass jene, die alle Stimmen hören, den wahren Pfad des Eyrindorn-Schleiers finden können.
Seelenlichter der Ätherweiten – Wächter der Erinnerung
Diese Himmelskörper brennen nicht mit Hitze, sondern senden ein kaltes, geisterhaftes Leuchten weit in den Kosmos hinaus. Es trägt Resonanzen aus Erinnerungen, Emotionen und uralter Magie. Dieses Leuchten erreicht Obscyria nicht auf direktem Weg, sondern fließt durch die kosmischen Ströme und findet so seinen Weg in die Träume, Visionen und innersten Gedanken empfindsamer Wesen.
Manche Reisende berichten, dass sie unter dem Einfluss dieser Lichter Schatten ihrer eigenen Vergangenheit wahrnahmen oder Visionen von Ereignissen, die niemals geschehen sind. Jedes Seelenlicht besitzt eine eigene Resonanz, manche bringen tiefe Melancholie, andere unruhige Sehnsucht oder lähmende Furcht. Sie sind die Bewahrer dessen, was war, und erinnern an die fließende, fragile Natur der Realität.
Das Gleichgewicht
Zwischen den Zwielichtträgern und den Seelenlichtern spannt sich ein unsichtbares Netz aus Harmonie und Spannung. Die Monde ziehen die Fäden der Zukunft, die Seelenlichter verweben die Erinnerungen der Vergangenheit – und im Schnittpunkt dieser Kräfte lebt die Gegenwart, geformt aus Licht, Schatten und dem Atem des Kosmos. Bricht dieses Gleichgewicht, verschieben sich nicht nur die Ströme, sondern die Realität selbst.
Velarun bilden keine Reiche und folgen keinen Herrschern.
Es existieren keine Königreiche, keine festen Grenzen und keine Machtstrukturen, die dauerhaft über andere Wesen gestellt werden.
Gemeinschaften entstehen dort, wo Wesen ähnliche Kaeryth, Überzeugungen oder Lebenswege teilen. Manche dieser Gruppen bestehen nur aus wenigen Individuen, andere wachsen zu großen wandernden Verbänden heran, die über Jahre oder Generationen hinweg gemeinsam durch Obscyria ziehen.
Solche Gemeinschaften sind selten dauerhaft. Sie verändern sich mit der Zeit, lösen sich auf oder entstehen an anderen Orten neu. Wenn sich Wege, Überzeugungen oder Essenzbindungen verändern, trennen sich Velarun oft ohne Streit. Jeder folgt seinem eigenen Pfad.
Titel existieren, doch sie sind keine Ränge.
Sie spiegeln Weisheit, Erfahrung oder eine besondere Nähe zu bestimmten Essenzen wider. Ein Titel beschreibt, was ein Velarun geworden ist, nicht welchen Platz er über anderen einnimmt.
Abstammung besitzt dagegen kaum Bedeutung.
Ein Wesen wird nicht durch Herkunft definiert, sondern durch die Entscheidungen, die seinen Kaeryth geformt haben.
In vielen Regionen entstehen lose Zirkel aus Velarun, die Wissen teilen, gemeinsam reisen oder bestimmte Orte schützen. Manche widmen sich der Erforschung von Essenzphänomenen, andere bewahren Erinnerungen vergangener Ereignisse oder beobachten Resonanzorte, an denen die Welt besonders empfindlich auf Veränderungen reagiert.
Solche Gruppen besitzen keine festen Regeln, doch oft entstehen unausgesprochene Bindungen: Schwüre, gegenseitige Verpflichtungen oder gemeinsame Erfahrungen, die stärker wirken als jedes Gesetz.
Konflikte zwischen Velarun werden selten durch Autorität entschieden.
Wenn Spannungen entstehen, reagieren Gemeinschaften auf unterschiedliche Weise. Manche wenden sich ab und lassen den Konflikt verblassen. Andere suchen direkte Konfrontation. Wieder andere bilden Bündnisse gegen jene, deren Handlungen sie nicht länger akzeptieren können.
Da es keine übergeordnete Instanz gibt, tragen Velarun die Folgen ihrer Entscheidungen selbst. Vertrauen, Ruf und Erinnerung besitzen daher ein großes Gewicht. Ein Wesen, das wiederholt Verrat oder Grausamkeit zeigt, wird selten lange Teil einer Gemeinschaft bleiben.
So entsteht die Gesellschaft Obscyrias nicht durch Regeln oder Macht, sondern durch ein ständig wandelndes Netz aus Begegnungen, Entscheidungen und Erinnerungen.
Gemeinschaften entstehen, verändern sich und verschwinden wieder,
doch die Spuren ihrer Beziehungen bleiben im Gedächtnis der Welt bestehen.
Der Tod ist in Obscyria kein endgültiges Ende.
Wenn ein Velarun stirbt, vergeht lediglich seine körperliche Gestalt. Die Essenz, aus der er entstanden ist, löst sich langsam aus dieser Form und kehrt in die Strömungen des Gefüges zurück.
Der Kaeryth eines Wesens verschwindet dabei nicht sofort. Er verliert seine feste Form und zerstreut sich in der Welt, wie Nebel, der sich in der Mondflut auflöst. Fragmente davon können in Orten, Gegenständen oder Erinnerungen bestehen bleiben.
Manchmal bleiben solche Spuren lange erhalten. Besonders dort, wo starke Schwüre gesprochen wurden, tiefe Emotionen gewirkt haben oder mächtige Essenzen berührt wurden. In solchen Fällen kann die Gegenwart eines verstorbenen Wesens noch lange im Gefüge nachhallen.
Diese Nachklänge sind keine Geister im gewöhnlichen Sinne. Sie sind eher Resonanzen vergangener Existenz, Erinnerungen der Welt selbst.
In seltenen Fällen verdichten sich solche Resonanzen zu eigenständigen Erscheinungen. Manche wandern rastlos durch die Sphären, andere bleiben an Orte gebunden, an denen ihr Leben besonders tiefe Spuren hinterlassen hat.
Die meisten Velarun betrachten den Tod daher nicht als endgültige Vernichtung. Er ist vielmehr eine Rückkehr in das Geflecht der Essenzen, aus dem alles Leben entstanden ist.
Ein Leben endet, doch seine Resonanz bleibt Teil der Welt.
Obscyria vergisst nichts.
„Nicht Blut noch Herkunft – nur deine Essenz kennt den Weg.“
In Obscyria existiert kein Clan‑, Stand‑ oder Herkunftssystem, das das Sein eines Wesens festlegt. Kein Name, kein Ursprung, keine Abstammung bestimmt den Platz in der Welt. Stattdessen folgt jedes Wesen einem inneren Ruf, einem Kaeryth, dem stillen Pfad seiner Essenz.
Kaeryth (Velryss: Essenzpfad) bedeutet poetisch „Der stille Pfad des Schicksals“ und wurzelt in zwei alten Begriffen: Kaelyss: die stille Erkenntnis und Erynthar: das Schicksal. Ein Kaeryth ist kein Titel und keine Rolle. Er ist die Resonanzform des Seins selbst.
Der Kaeryth beschreibt, wie ein Wesen existiert, nicht was es ist. Er formt Wahrnehmung, Magie, Haltung und Grenzen. Manche Essenzen neigen dem Schatten zu, andere dem Nebel, wieder andere dem kosmischen Leuchten oder dem Erinnerungsstrom. Doch kein Pfad ist vorgegeben, er entsteht aus Entscheidung, Erfahrung und innerem Wandel.
Ein Kaeryth ist lebendig. Er passt sich an, verzweigt sich, vertieft sich und doch bleibt sein Kern bestehen. Wie ein Fluss, der sein Bett verändert, ohne seine Quelle zu verlieren. Große Ereignisse, Schwüre, Verluste oder Erkenntnisse können einen Kaeryth verformen, doch niemals willkürlich. Veränderung geschieht nur, wenn das Wesen selbst sie trägt.
So ist der Kaeryth Ausdruck radikaler Selbstformung: Jedes Wesen Obscyrias erschafft sein Sein selbst. Nicht durch äußere Zuordnung, sondern durch die Art, wie es mit Essenz, Welt und Erinnerung in Resonanz tritt. Wer seinen Kaeryth erkennt, kennt keine vorgezeichnete Rolle, sondern die Freiheit, den eigenen Pfad bewusst zu gehen.
Sie sind kein Klang, keine Sprache, kein Echo, das sich an Oberflächen bricht. Sie sind reines Bewusstsein, das durch das Gewebe der Existenz atmet. Ein Flüstern, das nicht mit dem Ohr gehört, sondern mit der Seele vernommen wird getragen von Nebel, Schatten und der kosmischen Essenz vergessener Sphären. Es durchzieht Obscyria wie ein ewiger Strom aus Gedanken, Erinnerungen und vergessenem Willen.
Die Uralten Stimmen waren da, bevor Worte geboren wurden, bevor Blut den Boden färbte, bevor die Monde die Himmel zerschnitten. Sie entziehen sich jeder bekannten Form oder Wesenheit. Sie sind Essenzen reiner Erkenntnis, Fragmente einer Wahrheit, die zu groß ist, um benannt zu werden.
Wer sie hört, hört mehr als ein Geheimnis. Wer sie versteht, wird verändert. Sie flüstern in Träumen, singen in den Zwischenräumen der Zeit, und ihre Silben brennen wie Licht in der Dunkelheit. Manche nennen sie Wahnsinn, andere Offenbarung.
Ihr Ursprung bleibt ein Riss im Verstehen. Ihre Gegenwart ist unentrinnbar. Und ihr Einfluss ein ständiges, kosmisches Atemholen hinter der Realität.
Obscyria ist nicht nur eine Welt, sie ist ein Knotenpunkt in einem endlosen Netz aus Sternen, Energien und unergründlichen Strömungen. Der Kosmos selbst durchdringt ihre Grenzen, flüstert in ihren Schatten und formt die Realität durch seinen unaufhörlichen Tanz. In den Tiefen der Sterne existieren Mächte, die das Gefüge der Welt lenken, Ströme, die Zeit und Schicksal verbinden, und Geheimnisse, die jenseits jeder Vorstellungskraft liegen.
Jedes Wesen, jede Struktur, selbst die Nebel und Schatten von Obscyria sind Teil dieses größeren Musters. Magie ist keine bloße Kraft – sie ist das Echo des Kosmos, ein Fragment eines unendlichen, pulsierenden Bewusstseins, das seine Fäden durch die Welt zieht. Manche spüren diese Verbindungen, erkennen die verborgenen Muster in den Konstellationen, während andere nur Spielsteine eines größeren Plans sind, dessen Regeln sich stets neu formen.
Die Monde sind nicht nur Lenker von Magie und Zeit, sondern die wahre Essenz, die Obscyria mit dem Herzschlag des Universums verknüpft. Jene, die den wahren Pfad des Kosmos beschreiten, begreifen, dass Obscyria nicht unabhängig existiert, sondern ein Teil eines gewaltigen, lebendigen Organismus ist – ein ewiger Fluss von Licht, Schatten und wandelnden Realitäten, der unaufhörlich durch die Weiten des Unbekannten strömt.
Die zentralen magischen Ströme Obscyrias
Die Nebeladern, Schattenströme, Kosmischen Ströme und Mondessenzkanäle sind die fundamentalen Energien, die Obscyria durchziehen. Sie bilden das magische Geflecht der Welt, beeinflussen die Strukturen von Raum und Zeit und bestimmen das Gleichgewicht zwischen Licht, Dunkelheit, kosmischer Essenz und der Magie der Monde. Diese Ströme sind Quelle der größten magischen Macht und ein Schlüsselelement für die Mystik Obscyrias.
Nebeladern – Die Erben von Lyserna
Die Nebeladern sind magische Energiebahnen, die ihren Ursprung in Lyserna haben. Sie bestehen aus reiner Nebelmagie und durchziehen die Welt als silbrig-glänzende Kanäle, die Orte mit starker mystischer Präsenz verbinden. Diese Adern dienen als Katalysatoren für Rituale, Portale und Weissagungen. Ihr Fluss ist mit den Zyklen der Monde verwoben, wodurch sich ihre Intensität stetig verändert. Sie erlauben es, zwischen den Dimensionen zu blicken und ermöglichen es besonders sensitiven Wesen, Visionen aus anderen Zeiten und Realitäten zu empfangen.
Schattenströme – Das dunkle Erbe von Scherbenfall von Draen
Die Schattenströme entspringen den tiefsten Abgründen Scherbenfalls und fließen als düstere Energiewellen durch die Schattenreiche Obscyrias. Sie verstärken dunkle Magie, Illusionen und Schattenwesen, dienen als verborgene Transportwege für Kreaturen der Finsternis und können als Quelle für verbotene Riten genutzt werden. Diese Ströme sind instabil und entfalten ihre wahre Kraft in den Tiefen der Schattenportale, wo die Grenzen zwischen den Welten am schwächsten sind.
Kosmische Ströme – Die Essenz des Funkenschlags
Die Kosmischen Ströme sind die ältesten Energien Obscyrias, entstanden direkt aus dem Funkenschlag selbst. Sie durchziehen das Universum und formen das unsichtbare Geflecht, das alle Dinge verbindet. Diese Ströme ermöglichen es, durch den Raum zu reisen, zwischen Traum und Realität zu wandeln und Visionen über das Schicksal von Obscyria zu erhalten. Sie sind besonders stark in den Himmelsportalen von Sternenfluch und an den schimmernden Grenzen Lysernas spürbar, wo sich Zeit und Raum überlagern.
Mondessenzkanäle – Die Ströme der Monde
Neben den fundamentalen Strömen der Schöpfung existieren die Mondessenzkanäle – magische Bahnen, durch welche die Essenz der Monde in Obscyria fließt. Diese Kanäle sind mit der Struktur der Welt verwoben und transportieren die pure Magie der Monde, die als zweitstärkste Form von Magie in Obscyria gilt. Die Mondessenz durchdringt die Nebeladern, Schattenströme und kosmischen Ströme, verstärkt sie oder verändert ihre Natur je nach der Mondphase. Die Monde sind keine bloßen Himmelskörper, sondern lebendige Katalysatoren, die das Gleichgewicht der Magie formen und ihre Ströme mit jeder ihrer Bewegungen lenken.
Die Nebeladern, Schattenströme, Kosmischen Ströme und Mondessenzkanäle sind das pulsierende Herz der magischen Strukturen Obscyrias – die eine geboren aus der Klarheit Lysernas, die andere aus der Finsternis Scherbenfalls, während die Kosmischen Ströme die unermessliche Weite des Funkenschlags bewahren und die Mondessenzkanäle die direkte Verbindung der Monde zur Welt aufrechterhalten. Ihr Wechselspiel hat Einfluss auf das Gleichgewicht der Welt und bestimmt die Pfade der Mächtigen und Suchenden gleichermaßen.
Die Schwelle der Ewigkeit
Zwei Urmächte, die sowohl innerhalb als auch außerhalb von Obscyria existieren, formen den Fluss von Bestimmung und Realität. Sie sind Grenzpfade zwischen Sein und Unendlichkeit, Prüfungen und Verheißungen gleichermaßen.
Der Schleier Eryndorn
Ein uraltes, allgegenwärtiges Bewusstsein aus Dunkelheit und Vergessen, das sich durch die Risse der Realität windet. Es verbirgt nicht nur Pfade, es löscht sie aus Geist und Geschichte. Nur jene, die alles opfern, können einen Blick jenseits des Schleiers erhaschen.
Der Schwarze Strom Vel’taryss
Kein Ort, sondern ein Zustand aus metaphysischem Zerfall, kosmischer Erkenntnis und ungebändigtem Potential. Er ist der erste Schatten der Schöpfung, ein endloser Strom aus Chaos, Erinnerung und Verheißung. Vel’taryss gewährt die Macht, die Wirklichkeit zu verformen, doch zu einem schrecklichen Preis: Zerfall von Körper, Geist und Seele. Diejenigen, die von ihm berührt werden, kehren als wandelnde Fragmente eines kosmischen Irrtums zurück.
Vel’taryss ist kein Fluss im herkömmlichen Sinn, sondern eine allgegenwärtige Strömung jenseits von Zeit und Form, die durch alle Welten dringt und in der Stille zwischen dem Kosmos wartet.
Blutgebundene – Das Opfer als Pfad zur Ewigkeit
Blut ist nicht einfach nur eine Flüssigkeit in Obscyria, sondern eine kosmische Kraft, ein Medium, das über das Körperliche hinausgeht. Es verbindet, formt und beeinflusst die Realität. Die Blutmagie ist kein dunkles Ritual, sondern ein Pfad zur Erkenntnis, zur Verschmelzung mit den Kräften des Kosmos und zur Entfaltung der eigenen Existenz über Fleisch und Knochen hinaus. Es ist mehr als Lebenssaft, es ist Sprache, Ritual, Essenz. Die Blutgebundenen verstehen dies besser als jedes andere Volk. Sie sind nicht nur Magier oder Krieger, sondern Träger uralter Linien, die bis zu den ersten Tropfen reichen, die auf den Boden Obscyrias fielen.
Jeder Blutgebundene gibt einen Teil seiner selbst, um Macht zu gewinnen. Ihre Rituale verlangen Opfer, ihre Zauber kosten Essenz, und jeder Zauber hinterlässt Narben, sowohl im Fleisch als auch in der Seele. Doch darin liegt ihre Würde und ihr Stolz, denn durch Schmerz erkennen sie Wahrheit, und durch Blut formen sie Wirklichkeit.
Obwohl viele sie fürchten, suchen nicht wenige ihr Wissen, um verlorene Pfade wiederzufinden oder verborgene Rätsel zu entschlüsseln. Denn wo andere nur Dunkelheit sehen, erkennen die Blutgebundenen Möglichkeiten. Sie sind Archivare des Opfers und Schmiede der Essenz, ein lebendes Gedächtnis, das in jeder Rune, in jedem Tropfen weiterbesteht.
Velarun – Die wandelnden Schatten Obscyrias
Die Velarun sind die vergänglichen Wesen Obscyrias, geboren aus Nebel, Blut, Licht und Schatten. Sie wandeln auf den zerbrechlichen Pfaden zwischen den Welten und tragen in sich das Flüstern der Monde, das Rauschen der Nebel, das Echo vergangener Zeitalter.
Unter ihnen entfaltet sich eine unermessliche Vielfalt an Völkern, die jede Facette der Welt widerspiegeln und formen: Die Seelenweber aus Schattensang mit ihren Kristallgedächtnissen. Die Gezeitenrufer von Tiefenstille, deren Stimmen selbst den Ozean lenken. Die Nachtweber aus dem Dschungel, deren Schatten die Träume durchbohren. Die Glut’shaar mit ihrer elementaren Vielfalt und ihrem drakonischen Erbe. Die Fahlherz aus den vergessenen Ruinen, die das Totenwissen bewahren. Die Moorfluch, die zwischen Wasser und Land wandeln und mit dem Gezeitengeist sprechen. Die Shal’raith, die Wächter des Gleichgewichts aus Licht und Dunkelheit. Die Shaedan, die Flüsterer der Nebelpfade, die mit der Vergangenheit sprechen. Die Fadensänger, die Traumwirkenden aus Nebel und Fäden.
Doch ob Nebelwanderer, Blutpriester oder Lichtträger, alle sind sie Velarun, verbunden durch ihre Sterblichkeit, durch ihre Gabe, Magie zu berühren, und durch ihre Suche nach Bedeutung im ewigen Tanz der Sphären. Sie sind die Erzähler und Erinnerer, die Kämpfer und Bewahrer, das atmende Herz Obscyrias, das in jedem Schatten eine Geschichte trägt.
Vaelkar – Die Blutgeborenen von Scherbenfall
In den zersplitterten Schattenlanden von Scherbenfall wandeln die Vaelkar, Wesen, die aus der Essenz reinen Schattens und uraltem Blut geformt wurden. Ihre Körper tragen das Siegel der Uralten Schatten, durchzogen von glühenden Linien dunkler Macht, die wie flüsternde Narben über ihre Haut kriechen. Jede Ader pulsiert im Takt eines unheilvollen Liedes, das nur sie hören können: ein Lied der Finsternis, von uralten Stimmen gesungen.
Die Vaelkar sind keine sterblichen Wesen im herkömmlichen Sinn, sie sind ein Vermächtnis der Finsternis, geschaffen, um die Gesetze der Welt zu durchbrechen. In ihrer Gesellschaft ist jedes Wort ein Eid, jedes Ritual ein Band, das Blut und Schatten vereint. Sie sprechen nicht von Herkunft, sondern von Erbe. Und dieses Erbe ist unauslöschlich.
In der Legende der Völker gelten die Vaelkar als Spiegel der Verdorbenheit und der Erhabenheit zugleich. Sie sind jene, die aus der Tiefe aufsteigen, geformt von der Leere und durchdrungen vom Willen der Dunkelheit. Ihre Rituale führen sie an die Ränder des Wahnsinns, wo sie die Essenz des Lebens entkleiden, um daraus Macht zu weben. Und dennoch liegt in ihnen eine ästhetische Grausamkeit, ein Stolz, der ihnen eine übergeordnete Erhabenheit verleiht, als wären sie selbst ein verlorenes Kapitel der Schöpfung.
Lysarith – Das Leuchtende Erbe von Lyserna
Wenn das Licht durch die Nebel Lysernas fließt, erwachen die Lysarith, die Blutgeborenen von Lyserna. Sie sind keine Geschöpfe aus gewöhnlichem Gewebe, sondern Funken in der Dämmerung geformt aus Träumen, Erinnerung und dem goldenen Blut des Lichts. In ihren Augen tanzen die Farben des Dämmertraums, und ihre Stimmen klingen wie ferne Lieder aus verlorenen Zeiten.
Die Lysarith sind Wanderer zwischen den Gedanken, Alchemisten des Erinnerns. Ihre Seele ist mit der Welt nicht durch Raum verbunden, sondern durch Schwingungen aus Zeit und Licht. Wo sie gehen, verweben sich Träume und Wirklichkeit, und ihre Gegenwart erhellt selbst die dunkelsten Orte mit einer stillen, träumerischen Wärme.
In der Legende der Velarun gelten sie als das leuchtende Gegenstück zu den Vaelkar. Doch ihr Licht ist nicht makellos es trägt das Wissen um Vergänglichkeit und die sanfte Trauer vergangener Welten. Ihre Aufgabe ist nicht zu herrschen, sondern zu erinnern. Sie bewahren das, was andere vergessen würden, und sind zugleich Chronisten und Wegweiser, durch das Flüssige der Zeit wandelnd.
So sind sie die Lysarith: Echo des Lichts, Träger verlorener Namen, Essenz der Nebel, in deren Herzen das Leuchten von Elarion weiterbrennt.
Sprachen Obscyrias – Stimmen der Sphären
In Obscyria sind Sprachen mehr als nur Mittel der Verständigung. Sie sind Resonanzen der Sphären, magische Muster, durchdrungen von den Elementen, Träumen und Schatten ihrer Herkunft. Jede Region, jedes Volk und jedes magische Wesen hat seine eigene Weise, mit der Wirklichkeit zu sprechen, oder sie durch Worte zu formen.
Hier eine erste Auflistung zentraler Sprachformen Obscyrias:
Velryss – Die Gemeinsprache aller Velarun, ursprünglich aus Nebeldämmerung. Eine elegante, vielschichtige Sprache, die sowohl schriftlich als auch gesungen verwendet werden kann. Velryss bildet die Grundlage vieler anderer Sprachen.
Nebelarisch – Fließend und melodisch wie Nebelflüstern. In ihr spricht man mit dem Nebel selbst.
Lunaris – Voller zischender, rauschender Laute. Wird bei nächtlichen Ritualen gesprochen, verbunden mit der Kraft der Monde.
Astrothyrian – Tiefe, vibrierende Laute, die den Kosmos widerspiegeln. Grammatikalisch an Sternbewegungen orientiert.
Noctaeon – Musikalisch, begleitet von Handgesten, mit denen Sternenbahnen imitiert werden. Meditativ und magisch zugleich.
Murkasisch – Guttural, rau, mit einem Klang wie brennende Sümpfe. Trägt die alte Wut des Sumpfes.
Umbrenox – Flüsternd, zerhackt, oft kehlige Laute. Wird für Rituale mit den Toten verwendet.
Druvianisch – Erdverbunden und naturklanghaft. Wird oft bei Schutzzaubern eingesetzt.
Thalasrin – Sanft, fließend, fast lautlos. Dient der Verschmelzung mit dem Wald.
Glaecaris – Klingt wie splitterndes Eis und gefrorene Zeit. Kalte Klarheit.
Cryomantisch – Knisternd, wie zerbrechende Kristalle. Wird im Innern der Kristallhöhlen gesprochen.
Lythalis – Melodisch und tief. Kristalle antworten auf diese Resonanzen.
Spectroth – Geisterhaft, hallend, wie Stimmen aus alten Gräbern.
Abyssalisch – Klang wie Strömung unter der Oberfläche. Hypnotisch und alt.
Thalassisch – Donnernd, schwer, wie brechende Wellen. Wird zur Kontrolle der Gezeiten genutzt.
Nightsylvan – Flüsternd, summend, wie der nächtliche Dschungel selbst.
Tenebris – Knistern und Glut, verborgen im Schatten. Schattenfeuer in Wortform.
Vethrazul – Die Sprache der Dunkelheit
Eine uralte, zerstörerische Sprachform der Uralten Schatten. Harte, reißende Laute dominieren ihre Struktur, und jedes Wort scheint die Wirklichkeit selbst aufzubrechen. Vethrazul wird nur in den tiefsten Ritualen der Finsternis gesprochen. Seine Worte verstärken Schatten, verdichten Dunkelheit und verlangen stets einen Preis vom Sprecher. Längeres Sprechen kann den Geist zersetzen oder die Seele selbst zerbrechen lassen.
Aelyrion – Die Sprache des Lichts
Eine uralte, selten gehörte Sprache, die aus den ersten Resonanzen des Lichts entstanden sein soll. Ihre Laute sind weich, fließend und harmonisch, oft mehr gesungen als gesprochen. In Aelyrion antwortet das Licht selbst auf Worte. Die Sprache wird in uralten Schutzritualen, Heilungen und kosmischen Beschwörungen verwendet. Ihre Worte stabilisieren Essenzströme, vertreiben Schatten und können selbst zerrissene Wirklichkeit für einen Moment wieder ins Gleichgewicht bringen. Doch auch sie verlangt Konzentration und Reinheit des Geistes, denn falsche Resonanzen lassen ihre Wirkung verstummen.
Dies ist die vollständige Sammlung aller bisher bekannten, lebendigen Sprachen Obscyrias. Sie umfassen die aktiven idiomatischen Formen, die derzeit in den Völkern, Regionen und magischen Traditionen gesprochen, gesungen, geträumt oder gezeichnet werden. Manche entfalten ihre Kraft nur im Nebel, andere benötigen das Licht der Monde, das kosmische Flirren zwischen den Sphären, die Stille unter geborstenen Sternen oder die uralten Schatten von Orten, die längst aus den Karten verschwunden sind. Einige lassen sich nur im leuchtenden Gestein verlorener Tempel sprechen, andere im flüchtigen Atem eines Traumes oder im Schweigen, das nur die Ewigkeit kennt. Doch jede trägt ein Stück Wahrheit der Welt in sich.
Nurnoch fragmentarisch überlieferte oder spekulierte Sprachformen aus älteren Zeitaltern:
Nyxarisch – Eine sakrale Variante des Lunaris, nur in uralten Rituale der Lunarispriester gesprochen. Klang wie rauschende Ewigkeit.
Kaerythisch – Sprache der Essenzpfade. Symbolisch, fließend, oft nicht gesprochen, sondern geträumt, gesungen oder gezeichnet.
Vaelkaris – Dunkle Sprache der Vaelkar. Rituell, archaisch, durchsetzt von Blutglyphen und Schattenzeichen.
Elarith – Resonante Sprache der Lysarith. Melodisch, wie Licht in Tönen, getragen von Farbschwingungen und innerem Leuchten.
Syr’vakal – Flackerndes Idiom der Schattenformer. Die Worte verschwimmen, verschmelzen mit der Dunkelheit selbst.
Gravaryn – Die gravierte Sprache der Runenschmiede. Nicht gesprochen, sondern durch Berührung, Gravur und magische Resonanz aktiviert.
Myrrakos – Mythische Ursprungssprache aller Magie. Nur in Fragmenten überliefert. Soll das erste Wort enthalten, das Licht und Schatten trennte.
Xarûn – Keine Sprache im klassischen Sinn. Es ist das, was die Nyharim in Gedanken formen, wenn sie mit der Welt interagieren.
Somnareth – Ätherische Kommunikationsform der Fadensänger. Jenseits von Worten, durch Träume und Erinnerungen vermittelt.
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14 Zyklen der Wandlung, jeder gewoben aus 26 Schleiertagen, gemeinsam formen sie das Gewebe eines Zeitfadens
- Jeder Zyklus der Wandlung besitzt eigene magische, ökologische und kosmische Eigenschaft.
Zeitmessung in Obscyria:
- Flüsterchroniken: Die Zeit wird in „Flüstern“ gemessen, subtile Strömungen der Realität, die große Ereignisse markieren.
- Lunarische Zyklen: Die Monde bestimmen den Wandel, ihre Konstellationen sind Schlüssel zu Wissen und Gefahr.
- Nebelwellen: Magische Strömungen verändern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen.
- Kosmische Resonanz: Die tiefsten Ströme des Universums reflektieren sich in Obscyria. Große Umbrüche sind nicht nur lokal, sondern Teil eines weit größeren Musters.
- Arkanfluss: Magie beeinflusst nicht nur Wesen und Orte, sondern auch das Zeitgefüge selbst. Starke magische Eruptionen können Zeitalter verzerren, Zeitfenster öffnen oder Ereignisse tief in den Nebel der Möglichkeiten einweben.
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Zyklus der Wandlung
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Wirkung & Besonderheit
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Nebelhauch
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Allgegenwärtiger Nebel legt sich wie ein lebendiges Wesen über die Welt. Pflanzen leuchten sanft im Dunst, Pfade verschwinden im Flüstern der Stille.
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Dämerschleier
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Die Wälder schimmern in träumerischem Farbspiel. Tiere verschwinden in den Schatten, als spürten sie eine kommende Veränderung.
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Lunaria
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Magie blüht mit den Pflanzen, deren Essenz silbernes Licht ausstrahlt. Kreaturen des Mondes tanzen zwischen den Schleiern.
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Schattenblut
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Die Luft ist schwer von Bedrohung. Raubwesen jagen im Rudel, und Schutzzauber flackern wie sterbende Sterne.
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Dämmerflut
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Das Wasser erwacht, leuchtende Algen wie Sternenstaub, Kreaturen mit silbernen Augen ziehen durch die Gewässer. Sie bringen Wahrheit oder Verfall
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Zwielichtfall
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Licht verliert an Kraft, Schatten werden zu Gestalten. Illusionen flackern zwischen Realität und Wahnsinn.
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Flüsterkristall
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Stimmen in Kristallform erwachen. Tiere imitieren Worte, Erinnerungen hallen in klaren Tönen durch die Luft.
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Schattenfall
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Die Dunkelheit erhält Form. Pflanzen verändern ihre Struktur, als würden sie träumen. Schatten beobachten schweigend.
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Mondasche
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Feine Asche fällt lautlos vom Himmel. Untote wandeln durch graue Nebel, getragen von längst verlorenen Namen.
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Sternenklang
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Der Himmel summt. Kosmische Ströme durchziehen das Land, und manche Pflanzen singen in vergessenen Sprachen.
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Finsterniskrone
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Eine schwarze Ruhe breitet sich aus. Nur wenige Wesen bewegen sich – jene, die im tiefsten Dunkel geboren wurden.
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Himmelsfrost
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Die Welt erstarrt in kristallener Schönheit. Eisgeister tanzen durch den Wind, während alles Lebendige innehält.
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Schleiernacht
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Geräusche brechen wie Glas, Licht wird zu Schleiern. Unsichtbare Wesen durchstreifen die Grenzen der Wahrnehmung.
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Ewigdämmerung
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Zeit zerfließt. Licht und Dunkelheit kämpfen stumm, und Leben pulsiert im unentschlossenen Flackern der Welt.
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Der Kreis der Schleiertage – 6 Flussphasen der Wirklichkeit
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Schleiertag |
Bedeutung |
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Lunir |
Licht der Monde – Weissagung, Erkenntnis |
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Umbra |
Schatten im Nebel – Tarnung, Vergessen |
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Thalyss |
Dämmerfall der Stille – Meditation, Übergang ins Jenseits |
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Veilith |
Mondflut des Schleiers – Enthüllung, Realitätsverzerrung |
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Dämmeron |
Zwischen Licht und Schatten – Entscheidung, Vision |
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Nebor |
Atem der vergessenen Pfade – Wandel & Unsicherheit |
Die atmenden Schleier – Nebel und Schatten
- Nebel speichern Zeit – Sie fließen wie vergessene Lieder durch das Gewebe der Welt. In ihrem Innersten liegen zerbrochene Momente, die erneut betreten – oder nie verlassen wurden.
- Schatten konservieren Erinnerung – Jede Bewegung wirft einen Schatten, doch manche flüstern noch, lange nachdem ihr Ursprung verstummt ist. Erinnerung wird Gestalt, beobachtet dich – und wartet.
- Verlorene Splitter – Fragmente der Zeit, verschluckt vom Dunst zwischen den Sphären. Niemand kennt ihren Anfang, niemand wird ihr Ende bezeugen.
- Schleierzeit – Wenn die Schleier fallen, beugt sich die Wirklichkeit. Geschichte zerspringt zu Staub, und selbst die Sterne schweigen. Kein Pfad ist sicher, kein Ich bleibt unberührt.
Zeit fließt in Obscyria nicht linear.
Sie kehrt zurück, verzweigt sich, überlagert sich und verschwindet.
Die sogenannten Zeitalter sind keine Abfolge von Vergangenheit und Zukunft. Sie sind Zustände, Pfade und Resonanzen im Gewebe der Wirklichkeit, die sich öffnen, verschließen und ineinander verschieben. Kein Zeitalter ist abgeschlossen. Keines ist endgültig vergangen.
Der Kosmos selbst formt die Strukturen der Zeit, indem er durch die Monde, Nebel und Schatten von Obscyria fließt. Doch ebenso spielt Magie eine essenzielle Rolle. Sie ist der lebendige Puls, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verwebt. Magische Ströme beeinflussen das Verständnis von Zeit, verschieben Realitäten und lassen die Grenzen zwischen Zeitaltern verschwimmen. Jedes Zeitalter ist ein Echo der magischen Energien, die durch das Gefüge des Universums wandern, gelenkt von Kräften, die über das Verständnis sterblicher Wesen hinausgehen.
Zeitalter überlagern einander, flüstern durch Risse im Schleier und brechen dort hervor, wo Erinnerung, Magie und kosmische Ströme aufeinandertreffen. Was einst war, kann wiederkehren. Was noch nicht geschah, kann bereits Spuren hinterlassen haben.
Die Lunariswächter wandeln durch diese Zustände als Suchende. Nicht gebunden an eine Epoche, sondern an das Flüstern dessen, was war, was sein könnte und was gleichzeitig existiert.
In Obscyria ist der Himmel mehr als Orientierung.
Er ist Spiegel und Pfad zugleich.
Kosmische Ströme aus Nebel, Licht, Schatten und Sternenstaub durchziehen das Firmament. Sie zeigen Wege durch Raum und zugleich Wege durch das Innere. Jeder dieser Ströme existiert auf zwei Ebenen: sichtbar am Himmel und spürbar im Wesen der Velarun.
So wird der Blick nach oben zur inneren Landkarte. Nicht Norden und Süden bestimmen den Weg, nicht feste Achsen oder Grenzen, sondern Resonanzen. Zustände des Seins, die sich verändern, verschieben, widersprechen dürfen.
Wer durch Obscyria reist, folgt keinen Koordinaten. Er folgt dem, was in ihm schwingt.
Der Himmel ist kein neutrales Firmament.
Er reagiert.
Er erinnert.
Und er zeigt jedem, was er zu tragen vermag.
In Obscyria fließt Blut nicht nur durch Adern, es fließt durch Realitäten. Jede Form trägt die Signatur einer uralten Kraft, geformt aus Resonanzen der Sphären und den Schatten der Erinnerung. Diese Blutformen sind urmagische Essenzen, geboren aus der Tiefe der Welt selbst, genährt von kosmischen Strömen und der Geschichte ihrer Träger.
Nebulablut Name: Nerythûn
Pulsierend wie Sternennebel, ein flüssiger Kosmos. Es symbolisiert Unendlichkeit, Schöpfung und das Bewusstsein jenseits körperlicher Grenzen. Es berührt auch astrale Bahnen und dämmernde Traumräume, ohne sich an sie zu binden. Wesen mit Nebulablut sind Träumer aus Licht und Leere, gebunden an kommende und vergangene Visionen.
Karminblut Name: Sangkar
Glühend wie geschmolzenes Erz, es brennt mit roher Energie. Karminblut steht für Instinkt, Zorn, Überleben und ungebrochene Lebenskraft. Jeder Tropfen ist ein Schrei nach Sein in einer Welt aus Schatten.
Schwarzblut Name: Umbryx
Dunkler als jeder Dämmerfall, es trägt die Schleier zwischen den Sphären in sich. Es ist nicht böse, sondern ein Portal. Schwarzblut kennt die vergessenen Namen und trinkt aus der Stille zwischen den Welten.
Arkanblut Name: Aethralis
Bläulich fluoreszierend, reines ätherisches Blut, in dem Magie selbst pulsiert. Die Körper derer, die es tragen, sind keine Gefäße mehr, sondern Webstühle reiner Realität. Zauber entfalten sich wie Atemzüge.
Violettblut Name: Velyrûn
Ein Strom aus Illusion und Schicksalsbiegung. Violettblut lässt Realität tanzen, verändert Pfade, verwischt Wahres mit Möglichem. Wer es trägt, berührt die Fäden der Entscheidung.
Kristallblut Name: Prismaryn
Durchscheinend mit prismatischem Kern. Es ist Struktur, Ordnung, Ewigkeit. Kristallblut widersteht dem Chaos nicht mit Gewalt, sondern mit vollkommener Form.
Schattenblut Name: Tenebrael
Verdichtet, absorbierend, fließend wie Schatten selbst. Es löscht Licht nicht, sondern trinkt es. Schattenblut verwebt Präsenz und Abwesenheit zu einem einzigen Dasein.
Lebendiges Blut Name: Hemethys
Es denkt. Es fühlt. Es erinnert sich. Es verlässt den Körper, wenn es will, und kehrt nur zurück, wenn es anerkannt wird. Diese Essenz besitzt einen eigenen Willen, älter als Fleisch, fremder als Geist.
Grablichtblut Name: Sepularyn
Blassblaues Seelenlichtblut. Es leitet Seelen und lenkt Flüche, zieht Wärme aus der Luft und setzt Anker in die Schluchten der Erinnerung. Wo es wirkt, dünnt der Atem der Welt aus, und Wege zwischen Nähe und Jenseits flackern wie ferne Lichter.
Mondlichtblut Name: Selênyth
Silbern schimmernde Essenz, kühl und leise. Sie atmet im Takt der Monde, wächst und ebbt mit ihren Phasen, lenkt die Gezeiten der Magie und bindet Eide an Spiegelungen. In ihrem Schein klären sich Wege, die nur bei Dämmerfall existieren.
Nebelstromblut Name: Sythrel
Milchig und weich, von innerem Dunst durchzogen. Es verschleiert Ränder, öffnet Nebelpfade und lässt Berührungen zu Erinnerung werden. Atem wird kühl, Schritte werden lautlos, Orte lösen sich zu Zwischenräumen.
Lysernablut Name: Aurelyss
Irisierend in pastellen Regenbogenfarben. Es bricht Licht zu weichen Spektren, beruhigt Wunden der Zeit und trägt Erinnerung wie sanfte Ströme. Aurelyss spannt leise Brücken zwischen Möglichkeiten und lässt Wahres ohne Blendung erscheinen.
Scherbenfallblut Name: Vaelcryth
Pure Verdammnis in Essenzgestalt. Aschgrau mit dunklen Adern, scharf wie Glas. Es vernarbt Wesen und Rituale, bindet Flüche endgültig und lässt Wirklichkeit am Rand ausfransen. In seiner Nähe splittern Pfade, und Entscheidungen erstarren zu Kanten.
Diese Blutformen sind keine Werkzeuge, sondern Offenbarungen. Ihre Anwesenheit verändert nicht nur das Wesen, das sie trägt, sie verändern Obscyria selbst. Denn in jedem Tropfen schlägt die Möglichkeit einer neuen Wahrheit.
Obscyria kennt keinen gewöhnlichen Wechsel von Tag und Nacht. Was andere Welten Tag nennen, heißt hier Mondflut; was sie Nacht nennen, ist der Dämmerfall. Doch „Nacht“ existiert in Obscyria weiterhin. Nicht als Zeit, sondern als Name für Finsternis, Schattenmacht, dunkle Essenz und jene Tiefen, in denen das Licht seine Erinnerung verliert.
Das Licht dieser Welt ist niemals grell. Es ist ein durchgehendes, magisch getränktes Leuchten, das sich wandelt, ohne je zu erlöschen. Mondnah, kosmosberührt, im Nebel gebrochen. Alles ist sichtbar genug, um Pfade zu erkennen, und zugleich verhüllt genug, um Geheimnisse zu bewahren. Schatten sind hier keine Abwesenheit von Licht, sondern Träger von Erinnerung und Bedeutung.
Der Übergang zwischen Mondflut und Dämmerfall folgt keinem Zeitmaß, sondern dem Zyklus der Wandlung. Vierzehn solcher Zyklen, jeder gewoben aus Schleiertagen, formen den Zeitfaden Obscyrias. Jeder Zyklus trägt eigene ökologische, magische und kosmische Prägungen, die bestimmen, wie die Welt atmet, ruht oder sich verformt.
Zeit wird daher nicht gezählt, sondern gelesen: in den Flüsterchroniken, die große Umbrüche markieren, in den lunarischen Zyklen, deren Konstellationen Wissen und Gefahr offenbaren. In Nebelwellen, die Vergangenheit, Gegenwart und Möglichkeit zugleich verschieben und in der kosmischen Resonanz, die Obscyria als Teil eines weit größeren Musters erkennen lässt.
Wenn der Arkanfluss anschwillt, krümmt sich selbst das Zeitgewebe. Zeitalter dehnen sich, Schleierfenster öffnen sich, und Ereignisse verweben sich neu. So fragen die Velarun nicht, wann etwas geschieht, sondern in welcher Mondflut, welchem Dämmerfall und welchem Zyklus der Wandlung die Welt gerade spricht.
Nyharim – Die Höchstentitäten der Essenz
„Sie sind nicht Götter. Sie sind Strömungen, die älter sind als jede Geschichte.“
Wesen der Nyharim
Die Nyharim sind uralte Entitäten, tief mit den Schleiern der Realität verwoben. Sie existieren jenseits der gewöhnlichen Grenzen von Leben und Tod und wirken durch die Ströme von Licht, Schatten, Nebel, Erinnerung und kosmischer Essenz.
Ihre Existenz ist keine Glaubensfrage. Sie ist eine Tatsache des Gefüges von Obscyria.
Velarun verehren sie nicht. Sie stimmen sich auf sie ein.
Jede Nyharim verkörpert eine grundlegende Essenz der Wirklichkeit. Wandel, Stille, Verfall, Traum, Chaos, Erinnerung oder Übergang können in ihnen Gestalt annehmen. Jede trägt eine eigene Wesensbahn, ein einzigartiges Urmandat innerhalb des kosmischen Geflechts.
Die Nyharim sind nicht identisch mit Obscyria, doch sie sind tief in ihre Strömungen eingewebt. Man könnte sagen, sie durchziehen die Welt wie uralte Kräfte, die Wirklichkeit formen, ohne selbst ganz Teil von ihr zu werden.
Ursprung ohne Anfang
Die Nyharim tragen keinen Anfang und kein Ende.
Ihre Entstehung entzieht sich jedem Wissen. Kein Chronist kennt ihren Anfang. Sicher ist nur, dass die Nyharim untrennbar mit Obscyria verwoben sind. Manchmal verdichtet sich ihre Gegenwart dort, wo Essenzen aufeinandertreffen, wo Erinnerung Gewicht erhält und wo Namen zu Pfaden werden.
An solchen Orten wird ihre Präsenz spürbar.
Die Nyharim sind nicht zu besitzen und nicht zu beherrschen. Wer versucht, sie zu binden, verliert zuerst sich selbst.
Erscheinung und Zeichen
Nyharim zeigen sich selten direkt.
Ihre Gegenwart offenbart sich durch Veränderungen der Wirklichkeit.
Temperatur fällt plötzlich. Räume verlieren ihr Echo. Spiegel beschlagen, obwohl niemand atmet.
Zeit kann sich verziehen. Tinte steigt aus geschriebenen Zeilen und fließt zurück in die Feder. Eine Kerze brennt lautlos und wirft Schatten gegen das Licht.
Frost zeichnet Muster über Stein. Staub ordnet sich zu Glyphen. Wasser perlt aufwärts und verhärtet zu Glas. Luft schwingt ohne Wind. Metall beginnt zu singen.
Manche Nyharim erscheinen nur als Silhouette im Augenwinkel. Andere hinterlassen Muster in Sand, Eis oder Blut. Manche zeigen sich als Sternenflimmer in geschlossenen Räumen oder als Risse, die nicht im Stein verlaufen, sondern im Blick dessen, der sie wahrnimmt.
Ihre Stimme ist kein Klang.
Sie ist Xarûn, die gedachte Resonanz der Sphären, vernommen mit der inneren Wahrnehmung eines Wesens.
Berührung der Welt
Wo eine Nyharim ihre Präsenz verdichtet, verändern sich Wahrscheinlichkeiten.
Erinnerungen werden scharf wie Klingen oder zerfallen zu Staub. Alte Schwüre erwachen. Neue Wege öffnen sich für einen Atemzug und schließen sich wieder.
Heilung kann wie ein Fieber wirken. Erkenntnis kann wie Frost schneiden.
Nichts bleibt folgenlos.
Resonanz und Preis
Eine Verbindung zu einer Nyharim ist kein Vertrag und kein Ritual. Sie ist eine Verschiebung im Gefüge des eigenen Kaeryth.
Der Preis ist selten materiell.
Er kann Zeit aus der Zukunft sein. Ein Name aus der Herkunft. Die Farbe einer Erinnerung. Oder eine Entscheidung, die nie wieder rückgängig gemacht werden kann.
Solche Bindungen enden selten vollständig. Sie ruhen nur.
Grenzen und Störungen
Keine Linie und kein Kreis kann eine Nyharim vollständig bannen.
Doch bestimmte Muster können ihre Strömungen stören. Unvollständige Runen. Spiegel, die einander gegenüberstehen. Blut, das Erinnerung trägt.
Stille kann helfen. Aber nur, wenn sie wahr ist.
Lügen hingegen wirken wie trockenes Holz im Feuer. Sie knacken und verraten den, der sie spricht.
Ströme der Nyharim
Nyharim lassen sich nicht in starre Kategorien zwingen. Doch Chronisten sprechen von unterschiedlichen Wesensströmen.
Nyharim des Schleiers Zeitlose Höchstentitäten, eng mit den Schleiern der Realität verbunden. Ihre Maßstäbe bleiben unbegreiflich.
Nyharim der Dämmerung Hüter der Übergänge zwischen Licht, Dunkelheit, Nebel und Sternenzwielicht. Sie prüfen jene, die Grenzpfade betreten.
Nyharim des Chaos Manifestationen von Entropie und Wandel. Sie lösen starre Muster auf und erzwingen Bewegung, wenn Stillstand die Welt ersticken würde.
Nyharim der Schicksalsfäden Architekten des Gewebes aus Namen, Eiden und Zeit. Sie knüpfen Pfade, lösen Knoten und verbinden Lebenslinien.
Nyharim der Schleierwelten Wanderer der Zwischenräume, deren Echos Spiegel, Träume und Schatten berühren.
Nyharim der Letzten Wahrheit Stimmen des Abgrunds zwischen Sein und Vergessen. Ihre Offenbarungen können Erkenntnis bringen oder Identitäten zerbrechen.
Entgleiste Essenzen
Manche Velarun nähern sich einer Nyharim so stark an, dass ihre eigene Identität zerbricht.
Ihre Essenzbindung übersteuert den Kaeryth.
Solche Wesen werden unterschiedlich bezeichnet:
Zhae’Mor – Entfesselte Essenzen Velarun, deren Essenzbindung ihre ursprüngliche Natur auflöste.
Veth’Morvath – Essenzverzerrte Wesen, deren Kaeryth von einer einzigen Strömung verschlungen wurde.
Nyrr’Zhul – Verschlungene der Essenz Lebende Manifestationen einer extremen kosmischen Essenz.
Ein Wesen, das vollständig von einer Nyharim des Zerfalls durchdrungen wurde, ist kein Dämon.
Es ist Zerfall in gehender Gestalt.
Die Wahl der Resonanz
In Obscyria entscheidet kein Wesen, ob die Nyharim existieren.
Es entscheidet nur, welche Essenz es spiegelt.
Manche Velarun stimmen sich auf Wandel ein. Andere auf Stille. Andere auf Traum, Erinnerung oder Zerfall.
Keine dieser Entscheidungen ist falsch.
Doch jede verändert den Pfad dessen, der sie trifft.
In Obscyria existiert keine Religion.
Es gibt keine Gebote, keine Glaubenssysteme, keine Priesterschaften, die über Wahrheit entscheiden. Velarun knien vor keiner Macht und sprechen keine heiligen Dogmen.
Und doch existiert etwas Größeres.
Die Nyharim.
Ihre Existenz ist keine Glaubensfrage. Sie sind eine ontologische Tatsache der Welt, so selbstverständlich wie Gravitation oder Zeitfluss. Niemand entscheidet, ob sie existieren. Velarun können nur entscheiden, wie sie auf ihre Präsenz antworten.
Darum verehren die Velarun nicht. Sie stimmen sich ein.
Eine Nyharim ist keine Gottheit im religiösen Sinn. Sie ist eine kosmische Essenz, eine grundlegende Strömung der Wirklichkeit. Wandel, Stille, Erinnerung, Verfall, Traum, Chaos – jede Nyharim verkörpert eine dieser notwendigen Kräfte.
Ein Velarun kann sich einer solchen Essenz annähern, ihre Resonanz annehmen, ihr Echo im eigenen Kaeryth spiegeln. Diese Entscheidung ist kein Glaubensakt. Sie ist eine metaphysische Affinität.
Man könnte sagen:
Jede Nyharim ist eine kosmische Frequenz. Und jeder Velarun entscheidet selbst, auf welche er sich einstimmt.
Resonanzorte
Die Präsenz der Nyharim verdichtet sich an bestimmten Orten der Welt. Diese Orte sind keine Tempel. Niemand hat sie erschaffen, niemand erklärt sie heilig.
Sie sind einfach anders.
Realität wird dort dünner, Essenzen werden spürbarer, und manche Velarun hören das Flüstern der Welt deutlicher.
Solche Orte werden in Velryss unterschiedlich benannt:
Vaer’Thyra – Essenzknoten Orte, an denen eine Nyharim-Spur besonders stark durch die Welt dringt.
Nyra’Kael – Schwelle der Gegenwart Übergangspunkte, an denen Realität und Essenz sich berühren.
Elyr’Vath – Ort der Verdichtung Stellen, an denen das Unsichtbare sichtbar wirkt.
Nyra’Vael – Essenzstätte Regionen, in denen eine bestimmte Nyharim dauerhaft spürbar ist.
Thyr’Keth – Bindungsfeld Orte, an denen Velarun ihre persönliche Resonanzbindung vollziehen.
Vael’Ruun – Stille Knoten Natürliche Manifestationen von Essenz ohne architektonischen Eingriff.
Elyth’Zaan – Verdichtete Gegenwart Bereiche, in denen Realität messbar auf eine Nyharim reagiert.
Khar’Veyl – Echoschwelle Orte, an denen Visionen oder Essenzreflexionen auftreten.
Nyra’Thal – Atem der Essenz Landschaften, die von einer Nyharim durchzogen sind.
Veth’Rhaen – Offene Wunde der Welt Instabile Stellen, an denen rohe Nyharim-Energie direkt in die Realität sickert.
Jene, die hören
Da es keine Religion gibt, existieren auch keine Priester.
Es gibt lediglich Velarun, die gelernt haben, Nyharim-Resonanzen deutlicher wahrzunehmen.
Ihre Titel beschreiben keine Hierarchie. Sie beschreiben Fähigkeiten.
Nyra’Velar – Essenzleser Deuten Resonanzphänomene und Veränderungen der Welt.
Veth’Kaeryn – Pfadgebundene Velarun, deren Kaeryth besonders stark mit einer Nyharim korreliert.
Thyra’Sehn – Schwellenwandler Verweilen an Übergangsstellen zwischen Essenz und Realität.
Kael’Ruun – Stille Beobachter Deuten Erscheinungen, ohne sie zu formen.
Andere Begriffe beschreiben Velarun, die sich bewusst einer Nyharim verschrieben haben:
Nyra’Kaeryth – Essenzpfad‑Träger Velarun, deren Kaeryth bewusst mit einer Nyharim verankert wurde.
Vael’Nyrr – Resonanzträger Verkörpern die gewählte Essenz in Denken und Handeln.
Thyra’Vel – Schwellengebundene Velarun, die sich freiwillig einer Essenz verpflichtet haben.
Elyth’Ruun – Essenzbewahrer Hüten Orte, an denen eine Nyharim besonders stark wirkt.
Khar’Zyrel – Stimmenwandler Interpretieren Manifestationen einer Nyharim.
Nyrr’Veth – Pfadgewählte Velarun mit einer persönlichen Essenzbindung.
Vael’Thyren – Essenzverkörperer Wesen, deren Verhalten die Natur ihrer Nyharim widerspiegelt.
Interpretation statt Glauben
Velarun glauben nicht an die Existenz der Nyharim.
Sie glauben an deren Bedeutung.
Konflikte entstehen daher nicht zwischen Religionen, sondern zwischen Deutungen der Essenz. Ein Velarun, der der Nyharim der Stille folgt, wird anders handeln als einer, der sich dem Wandel verschreibt.
Beide haben recht. Beide können gefährlich sein.
So entstehen in Obscyria keine Glaubenskriege.
Sondern philosophische Spannungen zwischen unterschiedlichen Wegen, die Welt zu verstehen.
Entgleiste Essenzen
Manche Velarun nähern sich einer Nyharim so stark an, dass ihre eigene Identität zerbricht. Ihre Essenz übersteuert den Kaeryth.
Solche Wesen werden in Velryss unterschiedlich bezeichnet:
Zhae’Mor – Entfesselte Essenzen Velarun, deren Essenzbindung ihre ursprüngliche Identität zerstörte.
Veth’Morvath – Essenzverzerrte Wesen, deren Kaeryth von einer Nyharim verschlungen wurde.
Nyrr’Zhul – Verschlungene der Essenz Lebende Manifestationen einer einzigen kosmischen Strömung.
Manche betrachten sie als Monster. Andere als die reinste Verkörperung einer Nyharim.
Ein Wesen, das vollständig von einer Essenz des Zerfalls durchdrungen wurde, ist kein Dämon.
Es ist Zerfall in gehender Gestalt.
Orte der Entgleisung
Auch Orte können solche extremen Zustände hervorbringen:
Mor’Kael – Verdorbene Resonanzstelle Essenzströme kollidieren chaotisch.
Zhul’Thyra – Riss der Essenz Rohe Nyharim‑Energie bricht unkontrolliert in die Welt.
Vael’Morath – Schattenknoten Essenzen beginnen, sich gegenseitig zu verschlingen.
Diese Orte sind das Gegenstück zu den Essenzstätten.
Die Wahl der Resonanz
In Obscyria ist Glaube kein Kniefall.
Es ist eine Entscheidung.
Ein Velarun entscheidet nicht, ob eine Nyharim existiert. Er entscheidet, welche Essenz er spiegelt.
Manche wählen Licht. Andere Wandel. Andere Stille. Andere Zerfall.
Keine dieser Entscheidungen ist falsch.
Doch jede verändert den Weg dessen, der sie trifft.
Resonanzen der Essenz & Fortpflanzung in Obscyria
„Nicht Fleisch noch Form gebiert das Leben, sondern das leise Klingen der Essenz im Schleier.“
Grundsatz
In Obscyria existieren Erscheinungen, die von Außenstehenden als männlich oder weiblich gedeutet werden, doch sie sind keine Geschlechter im biologischen Sinn. Es gibt keine typischen Geschlechtsmerkmale, keine körperlichen Organe, die Fortpflanzung bedingen. Was als „männlich“ oder „weiblich“ erscheint, ist eine Resonanz der Essenz, eine konstante Signatur, die das innere Muster eines Wesens widerspiegelt.
Diese Essenz-Resonanz ist stabil und ändert sich nicht willkürlich. Sie bildet sich durch Kaeryth (Essenzpfad), Herkunft des Schleiers und gelebte Machtströme und bleibt als dauerhafte Prägung bestehen.
Eine Wandlung der Resonanz ist nur in äußerst seltenen, rituell geführten Essenz-Umbrüchen möglich (z. B. durch alte Schwüre, Kaeryth-Wechsel oder weltprägende Ereignisse) und gilt als heiliges Mysterium – nie als Laune.
Zur sprachlichen Präzision in Velryss:
Kaelûn (Velryss): expansiv-leitende Resonanz (von Außen oft als „männlich“ missverstanden)
Nerath (Velryss): umschließend-verdichtende Resonanz (von Außen oft als „weiblich“ missverstanden)
Beide Resonanzen sind gleichwertige Essenzmuster, keine sozialen Rollen und keine Grundlage für Hierarchien.
Fortpflanzung: Akte der Essenz (nicht der Biologie)
Fortpflanzung in Obscyria ist ein magisch-essentieller Vorgang. Sie verlangt keine körperliche Vereinigung, sondern Bindungen, Webungen und Manifestationen. Die scheinbaren Geschlechterresonanzen können symbolische Rollen in Riten einnehmen (z. B. als Leit- und Hüllsigille), sind jedoch nicht notwendig und nie exklusiv.
1) Essenzteilung – Kel’Shyra (Teilung der Funken)
Ein Wesen sondert Fragmente seiner Essenz ab, die in Kokons reifen. Rituale der Bewahrung (Nachtglas, Nebelrunen) führen die Splitter zusammen, bis ein neuer Velarun erwacht.
Symbolik: Kaelûn als Zündsigille (Impuls), Nerath als Bindsigille (Hülle) – austauschbar.
2) Seelenfusion – Veyl-Anor (Zweisang der Seelen)
Zwei (oder mehr) Essenzen verschmelzen temporär. Aus der Überlagerung entsteht eine neue Seele, die sich Körper formt (Kristall, Schattenfleisch, Nebelgestalt).
Symbolik: Resonanzen dienen als Gegenklang zur Harmonisierung der Matrix.
3) Ritualistische Erschaffung – Sangrel (Blut-/Schattensakrament)
Durch alte Riten – Blutessenz, Schattenfeuer, Mondgelyr – wird Leben geformt. In Scherbenfall von Draen binden Vaelkar Essenz und Schatten, um neue Krieger oder Hüter zu erheben.
Symbolik: Sigillenpaare (Leit / Hüll), unabhängig von Kaelûn/Nerath-Zuordnung.
4) Biometamorphose – Nymbra (Wandel im Lebendigen)
Statt Geburt erfolgt eine Metamorphose: ein bestehendes Wesen häutet Essenz und Form, bis daraus eine neue Individualität hervorgeht (z. B. Strömungs-Kammern der Gezeitenrufer).
Symbolik: Strömungsrunen; Resonanzen schützen, nicht bestimmen.
5) Gedankenmanifestation – Nocth’Weave (Traumwebung)
Nachkommen werden aus Träumen, Albträumen und Schattenbildern gewebt, bis Idee zu Wesen gerinnt (Nachtweber-Ateliers der Tiefträume).
Symbolik: Chor aus Erinnerungssplittern; Resonanzen als Anker gegen Traumzerfall.
6) Natürliche Reinkarnation – Echoryth (Rückkehr im Kristall)
Langlebige Völker lösen sich in Essenz und kehren in Kristallen, Runensteinen oder Mondstein-Gefäßen wieder. Fragmente alter Erinnerungen fließen als Erbe in die neue Gestalt.
Symbolik: Hütersiegel der Erinnerung; Resonanzen konservieren Pfad-Identität.
7) Schleierbindung – Vel’Nyra (Geburt aus dem Nebel)
Unter seltenen Schleierdichten manifestieren sich Wesen direkt aus Nebel und Licht. Ein lebendes Mysterium, das Spuren der Erschaffer-Essenz trägt, ohne deren Form zu wiederholen.
Symbolik: Nebelsicheln und Spiegelglyphen; Resonanzen stimmen den Schleier.
Monde & Kosmen: Konduktoren der Geburt
Die Monde Obscyrias, inklusive des Kosmischen Leuchtens, wirken als Taktgeber für Essenzgeburten:
Dämmermond nährt Kokons und Essenzgärten (Reifung von Essenzkokons); Nachtschwinge stärkt Traumgeburten und stabilisiert Nocth’Weave-Matrizen; Schattenmond bindet Seelen an Gefäße und festigt Reinkarnationspfade (Echoryth); Verdammnismond entzündet blutmagische Riten und schärft Sangrel-Sigillen; Nebelsichel verdichtet Schleierbindungen (Vel’Nyra) und erleichtert Nebelmanifestationen; Sternenruf öffnet die Pfade der Prophezeiung, markiert Auserwählte und begünstigt astrale Geburten; Kosmisches Leuchten überschreibt Muster des Schleiers und ermöglicht einzigartige, nicht an Materie gebundene Manifestationen
Diese Einflüsse weben die Schleierstunden und benennen die Gelyr (Opferzeichen, Runenfäden, Leitestein-Pfade), die im Einklang mit den Monden wirken – doch sie zwingen den Resonanzen keine Rollen auf.
Regeln & Konsequenzen
Keine Biologie, keine Hierarchie: Keine Geschlechtsorgane, keine binäre Pflicht. Resonanz ≠ Rolle.
Stabile Signatur: Die Essenz-Resonanz eines Wesens ist dauerhaft und wandelt sich nur durch seltene, schwere Riten.
Grenzenlose Verbindungen: Fortpflanzung ist essenzbasiert – Verbindungen zwischen Völkern sind möglich, sofern die Matrizen kompatibel sind. Matrizen bezeichnen die inneren Muster der Essenz, die wie Resonanz-Gitter wirken: nur wenn ihre Schwingungen harmonieren, kann ein neues Leben gewoben werden.
Keine Kinderzeit: Es gibt keine Kindheit wie in anderen Welten. Neue Wesen genannt: Ny’val erwachen in einer bereits geformten Gestalt – jung, doch vollständig. Ihre „Reife“ liegt nicht im Körper, sondern im Wachsen der Essenz-Erinnerungen.
Rituelle Ökologie: Jeder Fortpflanzungsakt prägt Orte (Nebelhaine, Kristallklüfte, Blutaltare) und hinterlässt Muster im Schleier – kartierbar von Chronisten.
Matrizen: Wie Essenz kompatibel wird
Matrizen sind die unsichtbaren Schleiergewebe, in denen Essenzen gebunden, geordnet und zur Geburt geführt werden. Eine Matrix ist kein Körper, sondern ein Muster aus Klang, Glyphen und Bindungen, das festlegt, wie ein neues Wesen in die Wirklichkeit tritt.
Bausteine einer Veyl‑Matrix (Schleiermatrix):
Leitsigille (Kaelûn): der Impuls, der Öffnung und Bewegung gibt.
Hüllsigille (Nerath): der Mantel, der formt, schützt und verdichtet.
Kaeryth‑Signatur: der Essenzpfad, der Philosophie, Schwächen und Gaben prägt.
Mond‑Kondukt: die beteiligten Monde/Kosmen, die Takt und Schwelle bestimmen.
Trägerform: worin die Geburt gerinnt – Kristall, Nebel, Schattenfleisch, Runenstein u. a.
Eine Fortpflanzung gelingt, wenn die beteiligten Essenzen eine gemeinsame Matrix weben können – nicht weil Körper passen, sondern weil Muster klingen. Darum gilt:
Grenzenlose Verbindungen sind möglich, wenn Leit und Hüll sich nicht auslöschen, die Kaeryth‑Signaturen resonieren und ein gemeinsamer Mond‑Kondukt die Schwelle öffnet.
Wo Muster sich reiben, helfen Brückensigillen (Übersetzungsrunen) oder Drittbindner (z. B. Kristallhüter, Nachtweber‑Chöre), die Frequenzen ausgleichen.
Beispiele
Nebeldämmerung × Schattensang: Nebelsichel + Schattenmond → Schleierbindung mit Kristall‑Trägerform.
Vaelkar × Gezeitenrufer: Verdammnismond + Dämmermond → Sangrel‑Ritus, Trägerform Schattenfleisch, Strömungs‑Runen als Brücke.
Keine „Kinder“ – das Erwachen der Neu‑Geformten
In Obscyria gibt es keine Kinder im irdischen Sinn. Neues Leben tritt nicht als hilfloses Kleinwesen auf, sondern als Neu‑Geformter (Ny’val in Velryss): eine junge Essenz mit vollständiger Form, doch noch unvertieftem Klang.
Stufen des Werdens
Keimklang (Shyr’se) – der erste Laut der Matrix; unsichtbar, nur im Schleier hörbar.
Erwachen (Ny’val) – die Gestalt tritt hervor; Sprache, Instinkt und Pfad sind angelegt, Erfahrung noch dünn.
Vertiefung (Eryndral) – Erinnerung und Macht verdichten sich durch Rituale, Schwüre, Reisen.
Verankerung (Kael’ryn) – die Signatur ruht; das Wesen gilt als „voll erklingend“.
Neu‑Geformte werden geführt, nicht erzogen: Chronisten, Hüter oder Kaeryth‑Älteste binden Erinnerungsfäden, lehren Runen und öffnen sichere Schleierpfade. Zeit wird nicht in Jahren gezählt, sondern in Schleierläufen (Anzahl vollendeter Riten/Wege), sodass Alter eine Tiefe, nicht eine Zahl ist.
Begriffe (Velryss → Übersetzung)
Kaeryth → Essenzpfad
Kaelûn → expansiv-leitende Resonanz
Nerath → umschließend-verdichtende Resonanz
Kel’Shyra → Essenzteilung
Veyl-Anor → Seelenfusion
Sangrel → ritualistische Erschaffung
Nymbra → Biometamorphose
Nocth’Weave → Gedankenmanifestation
Echoryth → Reinkarnation
Vel’Nyra → Schleierbindung
Essenz & Identität
Velarun
Der Überbegriff für die sterblichen Wesen Obscyrias. Velarun entstehen aus den Essenzströmen der Welt und tragen Magie, Erinnerung und Wandel in sich.
Kaeryth – Essenzpfad
Der innere Pfad eines Wesens. Der Kaeryth beschreibt die Art, wie ein Wesen existiert, denkt, Magie berührt und Entscheidungen trifft.
Kaelyss
„Stille Erkenntnis“. Der erste Teil des Begriffs Kaeryth und Symbol für inneres Wissen.
Erynthar
„Schicksal“. Der zweite Teil des Begriffs Kaeryth, der die Richtung des eigenen Essenzpfades beschreibt.
Kosmische Strukturen
Vel’taryss – Der Schwarze Strom
Ein uralter Strom aus Essenz, Erinnerung und kosmischer Möglichkeit jenseits des Schleiers. Er gilt als Ursprung vieler Existenzstrukturen.
Eryndorn – Der Schleier
Die Grenze zwischen den Sphären der Existenz. Eine atmende Schicht aus Essenz, die Wirklichkeiten voneinander trennt.
Die Sphären der Existenz
Nyx’valar – Welt des Schleiers
Die sichtbare Realität Obscyrias, in der die meisten Velarun leben.
Xhal’Vethar – Schattenstrom
Eine Ebene, in der Erinnerungen Gestalt annehmen und Schatten lebendig werden.
Elyth’Nir – Astrale Finsternis
Eine kosmische Sphäre jenseits der Sterne, bewohnt von uralten Entitäten.
Yvorith’Kai – Sternengewebe
Eine Ebene reiner Energie, in der Schicksal, Zeit und Möglichkeiten miteinander verwoben sind.
Eryth’Valis – Spiegelwelt
Eine Realität zwischen Traum und Wirklichkeit, in der Gedanken physische Form annehmen.
Vael’Thorr – Abgrund der Vergessenheit
Die Sphäre, in der alles endet, was aus Erinnerung und Geschichte gelöscht wird.
Nythyrion – Drift der Essenz
Eine metaphysische Ebene aus zerbrochenen Identitäten und Erinnerungen.
Die Nyharim
Nyharim
Kosmische Entitäten, die grundlegende Essenzen der Wirklichkeit verkörpern.
Xarûn
Die gedachte Resonanz der Sphären – die Art, wie Nyharim kommunizieren.
Essenzverzerrte Wesen
Zhae’Mor – Entfesselte Essenzen
Velarun, deren Essenzbindung ihre ursprüngliche Natur auflöste.
Veth’Morvath – Essenzverzerrte
Wesen, deren Kaeryth von einer einzelnen Essenz überwältigt wurde.
Nyrr’Zhul – Verschlungene der Essenz
Lebende Manifestationen einer extremen kosmischen Essenz.
Resonanzorte
Vaer’Thyra – Essenzknoten
Orte, an denen eine Nyharim-Spur besonders stark durch die Welt dringt.
Nyra’Kael – Schwelle der Gegenwart
Übergangspunkte zwischen Realität und Essenz.
Elyr’Vath – Ort der Verdichtung
Stellen, an denen unsichtbare Essenzen sichtbar wirken.
Nyra’Vael – Essenzstätte
Regionen, in denen eine Nyharim dauerhaft spürbar ist.
Thyr’Keth – Bindungsfeld
Orte, an denen Velarun Essenzbindungen eingehen.
Vael’Ruun – Stille Knoten
Natürliche Manifestationen von Essenz.
Elyth’Zaan – Verdichtete Gegenwart
Bereiche, in denen Realität messbar auf Nyharim reagiert.
Khar’Veyl – Echoschwelle
Orte, an denen Visionen und Essenzreflexionen auftreten.
Nyra’Thal – Atem der Essenz
Landschaften, die von einer Nyharim durchzogen sind.
Veth’Rhaen – Offene Wunde der Welt
Instabile Stellen, an denen rohe Essenzenergie austritt.
Rollen der Velarun
Nyra’Velar – Essenzleser
Velarun, die Resonanzen der Welt deuten.
Veth’Kaeryn – Pfadgebundene
Wesen mit besonders starker Essenzbindung.
Thyra’Sehn – Schwellenwandler
Wesen, die Übergänge zwischen Essenz und Realität erforschen.
Kael’Ruun – Stille Beobachter
Deuter von Essenzphänomenen.
Nyra’Kaeryth – Essenzpfadträger
Velarun mit bewusster Nyharim-Bindung.
Vael’Nyrr – Resonanzträger
Wesen, die eine Essenz verkörpern.
Thyra’Vel – Schwellengebundene
Velarun, die sich freiwillig einer Essenz verschrieben haben.
Elyth’Ruun – Essenzbewahrer
Hüter von Essenzorten.
Khar’Zyrel – Stimmenwandler
Interpretieren Manifestationen von Nyharim.
Nyrr’Veth – Pfadgewählte
Velarun mit persönlicher Essenzbindung.
Vael’Thyren – Essenzverkörperer
Wesen, deren Verhalten eine Nyharim widerspiegelt.
Essenzresonanzen
Kaelûn
Expansiv-leitende Essenzresonanz.
Nerath
Umschließend-verdichtende Essenzresonanz.
Fortpflanzungsrituale
Kel’Shyra – Essenzteilung
Veyl-Anor – Seelenfusion
Sangrel – Ritualerschaffung
Nymbra – Biometamorphose
Nocth’Weave – Traumwebung
Echoryth – Reinkarnation
Vel’Nyra – Schleierbindung
Essenzentwicklung
Shyr’se – Keimklang
Die erste Resonanz einer neuen Essenz.
Ny’val – Neuformung
Ein neu entstandenes Wesen.
Eryndral – Vertiefung
Phase der Essenzreifung.
Kael’ryn – Verankerung
Vollständig gefestigte Essenzidentität.
Essenzorte der Entgleisung
Mor’Kael – Verdorbene Resonanzstelle
Zhul’Thyra – Essenzriss
Vael’Morath – Schattenknoten
Essenzmatrizen
Veyl-Matrix – Schleiermatrix
Das metaphysische Muster, das neues Leben formt.
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